Veränderungen in der amerikAnischen Wirtschaft
Barry Ritholtz in Investors Daily
vom 27. März 2009, 18:00 Uhr
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- Deflation bei den Vermögenswerten: Wertpapier-Portfolios sind im Schnitt um 40% eingebrochen. Die Dividenden sind gekürzt, Aktienkäufe werden abgesagt. Selbst bei der jüngsten Erholungsphase sind die Aktien immer noch 40% weniger Wert als zu Spitzenzeiten. Und im ganzen Land sind die Preise für Wohnimmobilien um 25% gefallen.
- Verbraucherausgaben: Ein signifikanter Rückgang, nachdem die Vereinigten Staaten das schlechteste Vorweihnachtsgeschäft in 40 Jahren verzeichneten. Das Paradox der Sparsamkeit - die Leute sparen in einer Zeit, in der die Wirtschaft erfordert, dass sie Geld ausgeben - hat die Sparrate wieder in den positiven Bereich steigen lassen. Ein auffälliges Konsumverhalten der Verbraucher wurde durch bewussten Kapitalerhalt ersetzt.
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Der Einzelhandel: Er wurde extrem schwer getroffen. Viele der großen Ketten stellen Konkursanträge. Z.B. Circuit City, Linens ‘n Things, The Sharper Image, Steve & Barry's, Tweeter, Mervyns, and Fortunoff. Die Überlebenden, wie Starbucks, Macy's, Sears und Office Depot schließen ihre Ladenlokale und Filialen in vielen Orten. In vielen Fällen werden die überlebenden Ketten zusehen, wie 10% bis 20% ihrer bestehenden Läden geschlossen werden. Wenn wir irgendwann die Rezession im Jahr 2010 hinter uns lassen, dann wird der Einzelhandel einen deutlich kleineren Fußabdruck hinterlassen als bislang.
Arbeitsmarkt: Mehr als vier Millionen Stellen sind bereits verloren, weitere zwei bis vier Millionen werden noch wegfallen. Die Arbeiterschaft schrumpft auch. Die Arbeitslosigkeit hat den Höchstwert innerhalb von 25 Jahren übertroffen. Im vergangenen Monat lag sie bei 8,1%.
Der Wert U-6, der die Arbeitslosenzahlen auf breiter Basis erfasst (die Teilzeit-Unterbeschäftigung mit berücksichtigend), lag im Februar bei knapp unter 15%. Das ist der höchste Wert in Jahrzehnten. Die einzige Altersgruppe, deren Beschäftigungszahlen steigen, ist die Gruppe der über 55-Jährigen. Das liegt an der scheußlichen Feststellung, dass ein Zusammenbruch des Marktes bedeutet, dass sie sich nicht zur Ruhe setzen können. Daher heißt es für die Silberhaarigen, dass sie zurück an den Arbeitsplatz müssen.
Finanzen und die Wall Street. Die Wall Street wurde schwer getroffen. Sie blickt auf geringere Einkünfte und Einschnitte bei der Zahl der Beschäftigten um 25-35%. Die Anlagen-Manager, denen ein Prozentsatz der Anlagewerte bezahlt wird, die sie verwalten, haben erlebt, dass der Wert ihrer Anlagen um 45-50% eingebrochen ist - und damit haben sie eine Einnahmeneinbuße um den gleichen Prozentsatz hinnehmen müssen. Wer spielt am sichersten? Diejenigen, mit grünen Gewinnen und Verlusten oder die, die die größten Vermögenswerte verwalten. Und wer ist in Gefahr, abgesehen von den Finanzangestellten? Praktisch jeder.
Amerikanische Autoverkäufe sind ganz einfach eingebrochen. Die jährlichen Verkaufszahlen sind um 37-50% eingebrochen, je nachdem, was auf dem Namensschild steht - von einem jährlichen Umsatz von 15 Millionen auf knapp 10 Millionen Autos im Jahr. Es betrifft auch nicht nur Detroit - Toyota, Honda, BMW, Lexus, Nissan und Mercedes leiden auch.
Universitätsausstattung: Der intellektuelle Motor von Amerikas Beraterstab hat gerade einen gewaltigen Schlag auf den vorderen Hirnlappen erhalten: Harvard, Yale, Stanford, das MIT und andere sind allein in den vergangenen 6 Monaten um 25-30% gefallen. Diese gewaltigen Finanzmittel finanzieren Professuren, Stipendien oder einfache Forschung. Der Verlust wird in den folgenden Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten, deutlich spürbar werden.
Löhne: Die amerikanischen Löhne mussten aufgrund der Globalisierung schwere Schläge einstecken. Sie haben in den vergangenen 10 Jahren stagniert. Wir werden vermutlich in den nächsten ein bis zwei Jahren einen Rückgang der Löhne erleben - vielleicht auch noch länger. Das passt zu meiner These, dass auch der amerikanische Verbraucher kürzer treten wird.
Die Medien: Die Verbreitung und die Werbedollar großer Zeitungen brechen ein. Es ist wahrscheinlich, dass 50% der gedruckten Zeitungen in fünf Jahren verschwunden sein werden, oder nur noch im Netz vorhanden. Der Seattle Post-Intelligencer hat gerade auf die ausschließliche Verbreitung über das Internet umgestellt. Es ist die größte Zeitung, die das bislang getan hat.