Vaupel-Ausblick ins neue Börsenjahr
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Börse
vom 2. Januar 2012, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Ist es so, dass Leser(innen) konkrete Prognosen erwarten? Der Art....der DAX wird am 31.12.2012 bei XY stehen, Gold bei XX und der Euro bei YY?
Dann machen Sie sich doch einmal die Mühe, und schauen Sie nach, was die Analysten und Börsenbriefschreiber Anfang 2011 prognostiziert hatten - und was dann tatsächlich herauskam.
Ich kann Ihnen das für das Jahr 2008 sagen. Da hatten die Analysten im Durchschnitt einen Anstieg der Aktienkurse (Blue Chips) um 24% vorausgesagt.
Tatsächlich wurde es dann ein MINUS von 40%.
Rückblick auf den Zeitraum 2000 bis 2008 (dafür habe ich detaillierte Angaben gefunden).
In 4 dieser 9 Jahre gelang es den Analysten nicht einmal, die RICHTUNG der Kursveränderung richtig zu prognostizieren. (Quelle: "Die Psychologie der Börse" von James Montier)
Ist doch wie bei den zahlreichen "Empfehlungen" der Analysten. Es sind ja in der überwiegenden Mehrzahl Kaufempfehlungen. Im Schnitt liegen die Kursziele bei größeren Aktien rund 25% über dem aktuellen Preis.
Und wer kennt es nicht - die Kursziele werden gelegentlich angepasst - NACHDEM der Kurs stark gestiegen oder gefallen ist.
Hören Sie mir also auf mit "herkömmlichen" Analysten und der Angabe von konkreten Prognosen.
*** Ich vertrete hingegen die Philosophie des "was SOLLTE im Preis steigen oder fallen".
SOLLTE auf Grundlage von harten Fakten.
Nur ein Beispiel: Die chinesische Führung hat die Exportquoten 2012 für Metalle der Seltenen Erden mitgeteilt: Im ersten Halbjahr sollen maximal 10.546 Tonnen exportiert werden. Im Gesamtjahr 2011 lag die Exportquote noch bei rund 30.000 Tonnen.
Wenn man in diesem Zusammenhang weiß, dass China im letzten Jahr für ca. 95% des weltweiten Angebots bei den Seltenen Erden verantwortlich war, dann ziehe ich daraus den Schluss:
Die Preise der Seltenen Erden sollten anziehen, wenn China wie angekündigt seine Exportquoten so strikt und unter dem Niveau von 2011 begrenzt.
Auf Grundlage solcher "SOLLTE"s treffe ich meine Anlage-Entscheidungen und gehe Trades ein.
Ein "sollte" ist kein "wird". Ein "sollte" ist schwächer - und natürlich kann noch etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommen. So ist nun einmal das Leben. Ich halte es aber für vernünftig, auf Grund der "solltes" zu investieren - dann hat man die Wahrscheinlichkeit auf seiner Seite.
Das ist vernünftig (finde ich). Doch die Frage nach einem konkreten Preisziel ist es nicht. In diesem Fall weiß ich, dass der Preis der Seltenen Erden steigen sollte, und das ist schon einmal eine wichtige Grundlage.
*** Und noch wichtiger: Meine Neujahrswünsche für alle Mitglieder der Trader´s Daily-Gemeinde.
Neujahrswünsche
Immer dann, wenn die Liebe nicht ganz reicht,
wünsche ich Dir Großherzigkeit.
Immer dann, wenn Du verständlicherweise auf Revanche sinnst,
wünsche ich Dir Mut zum Verzeihen.
Immer dann, wenn sich bei Dir das Misstrauen rührt,
wünsche ich Dir einen Vorschuss an Vertrauen.
Immer dann, wenn Du mehr haben willst,
wünsche ich Dir die Sorglosigkeit der Vögel des Himmels.
Immer dann, wenn Du Dich über die Dummheit der anderen ärgerst,
wünsche ich Dir ein herzhaftes Lachen.
Immer dann, wenn Dir der Kragen platzt,
wünsche ich Dir tiefes Durchatmen.
Immer dann, wenn Du gerade aufgeben willst,
wünsche ich Dir Kraft zum nächsten Schritt.
Immer dann, wenn Du Dich von Gott und der Welt
verlassen fühlst, wünsche ich Dir eine unverhoffte Begegnung, ein Klingeln an der Haustür.
Immer dann, wenn Gott für Dich weit weg scheint,
wünsche ich Dir seine spürbare Nähe.
- Aus einer Kirche in Lech, Österreich
Dies wünscht Ihnen
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Papp Ernoene Ungarn (02.01. 2012 16:15 Uhr):
Sehr geehrter Herr Vaupel! Vielen Dank für Ihren besinnlichen Zeilen am Ende des Beitrages. Und natürlich für den ganzen Beitrag. Wünsche Ihnen ein erfolgreiches Neujahr. Natürlich kann man ja nie wissen (ist auch gut so) was kommt. Aber vielleicht könnten Sie mal in einer Ihren nächsten Beiträgen den Edelmetallmarkt mal analysieren. Da mir Ihre eingehende Analysen immer sehr viel geben, würde ich sehr gerne Ihre Meinung wissen, weshalb im 4. Quartal die Edelmetalle durchweg versagt haben, obwohl normalerweise das 4. Quartal immer das stärkste Quartal bei den Edelmetallen ist. Was aber in Diesem Jahr passierte war einfach katastrophal. Weshalb? Die Edelmetalle sollten auf einem viel höheren Niveau schließen müssen. Hier und da lese ich, dass die Zentralbanken eine große Menge an Gold verkauften. Und auch andere Gründe. Aber mich würde Ihre Analyse interessieren. Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen:
Antworten - Kommentar von Steffen Esser (02.01. 2012 18:02 Uhr):
Hallo Herr Vaupel, schön zu wissen, dass Sie auch die kleine alte und/oder die neue Kirche in Lech/Arlberg kennen. beste Grüße--..und bitte weiter so wie bisher. Ein jangjähriger Leser von Ihnen. mfG Steffen Esser
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