USD weiter unter Verkaufsdruck ?
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. Mai 2008 08:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
noch immer befindet sich der USD unter Verkaufsdruck. Gestern erreichte EUR/USD wieder einmal die 1,58 er Marke. Nach Überschreiten der Marke setzte zunächst wieder eine leichte Korrekturbewegung ein bis auf zeitweilig unter 1,5700 heute Morgen. Gegenwärtig notiert EUR/USD bei 1,5719.
Und der neue Verkaufsdruck unter dem der USD steht gibt wider Anlass zur Besorgnis. Und zwar vor allem für die Eurozone. Hatten doch vor Beginn des zuvorigen neu erwachten Optimismus der eine USD-Aufwertung zur Folge hatte, die sich jetzt wieder zu verabschieden droht, schon verschiedene Sprecher aus der Eurozone ihr Unbehagen in Bezug auf den viel zu starken Euro bekundet. So beginnt das Spiel jetzt von Neuem.
Frankreichs Finanzministerin Lagarde gab bereits zu Protokoll sie würde gerne Interventionen sehen die sowohl den USD als auch den CNY gegenüber dem EUR unterstützen. Denn auch die Aufwertung des Euro gegenüber dem chinesischen Yuan schwächt die europäische Wirtschaft. Vor allem die europäische Exportwirtschaft verliert dadurch zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit.
Der CNY verlor im vergangenen Jahr 6 % gegenüber dem Euro. Gegenwärtig notiert EUR/CNY bei 10,9038.
Der CNY konnte sich aber weiterhin gegenüber dem USD durchsetzen und legte in dieser Woche um 0,7 % zu. Der Grund sind die starken Kapitalzuflüsse aufgrund des Handelsbilanzüberschusses in China, gekoppelt mit steigenden Energiepreisen, die dazu führen, dass die chinesischen Offiziellen zunehmend Zeichen setzen die Währung aufzuwerten um die steigenden Preise in den Griff zu bekommen. Gegenwärtig notiert USD/CNY bei 6,9442.
Gegenwärtig sieht es trotz aller Besorgnis in Bezug auf den viel zu starken Euro und den damit verbundenen Aussichten für eine Abschwächung der europäischen Wirtschaft nicht ganz rosig aus für den USD. Zu stark dagegen noch der Pessimismus was die US-Wirtschaft angeht. EUR/USD könnte dementsprechend zunächst noch weiter abgeben. Doch mittel- bis langfristig erwarte ich dann eher eine erneute USD-Aufwertung gegenüber dem EUR.
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