USD und JPY wieder im Fokus: EUR unter Druck!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 31. Oktober 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
die Bank of Japan hat ihren Leitzins gesenkt. Zum ersten Mal seit über 7 Jahren. Welch ein Schritt, von einem Zins der über 7 Jahre lang bei 0,5 % lag, nun um 20 Basispunkte auf 0,3 % zu senken!!
Doch der Markt reagierte eher verhalten! Zuvor wurde eine Zinssenkung von 25 Basispunkten erwartet. Obgleich der japanische Leitzins praktisch gegen Null geht, sind dem Markt die symbolischen 20 Basispunkte nicht genug. Als Symbolik darf man die Zinssenkung wohl auch am ehesten werten, denn starke Auswirkungen auf die Volkswirtschaft wird sie wohl nicht haben. Die makroökonomischen Aussichten für Japan sind nach wie vor nicht rosig. Die Bank of Japan hat sich im Endeffekt schließlich nur den übrigen Zentralbanken angeschlossen und damit den Zinssenkungsmodus der G-10 als Zeichen des Vertrauens erklärt.
Doch so schnell kehrt das Vertrauen leider nicht zurück! Im Gegenteil, nach den letzten Tagen der Euphorie kehrt schon wieder die Ernüchterung zurück. Der Risikoappetit der Marktteilnehmer ist fürs erste schon wieder gesättigt. Der Nikkei schloss mit 5 % im Verlust und der JPY erfreut sich aufgrund mangelnder Risikofreude, trotz der Besorgnis in Bezug auf das japanische Wirtschaftswachstum steigenden Wertes.
EUR/JPY fiel von seinem gestrigen Hoch bei 129,98 auf gegenwärtig 123,59. Aufgrund der nach wie vor vorherrschenden Risikoaversion, dürfte JPY weiterhin Unterstützung finden, trotz der anhaltenden Besorgnis in Bezug auf das japanische Wirtschaftswachstum.
Auch der USD finden weiterhin Unterstützung und beweist damit, dass der Fokus der Marktteilnehmer gegenwärtig nicht auf den makroöknomischen Aussichten ruht. Denn auch die Wirtschaftsdaten aus den USA beweisen, dass sich die USA nach wie vor am Rande einer tiefen Rezession befindet. Das BIP hat im dritten Quartal um 0,3 % abgenommen, doch bestürzend ist vor allem der starke Rückgang der Konsumausgaben. Der private Verbrauch ist um 3,1 % zurückgegangen, das entspricht dem stärksten Rückgang seit 1980. Auch die Ausgaben im Wohnungsbau sind weiter gefallen, um 19,1 %.
Stattdessen findet der US-Dollar vor allem Unterstützung aufgrund großer Month-End-Flows in einem weiterhin sehr illiquiden Umfeld. Die extremen Bewegungen in den Aktien- und Bondreturns haben den Zwang zum Rebalancing ausgelöst. Mit anderen Worten: ausländische Investoren beispielsweise die US-Vermögenswerte kaufen, verkaufen dagegen den US-Dollar zur Absicherung. Weil der Wert der Aktien aber so stark gefallen ist, müssen sie nun US-Dollar zurückkaufen um das Verhältnis abzusichern.
EUR/USD gab von seiner gestrigen Spitze bei 1,3261 ab und notiert gegenwärtig bei 1,2731. EUR/USD könnte zunächst weiter unter Druck bleiben. Sollte ein Level bei 1,2690 erreicht werden, könnte EUR/USD technisch gesehen auch in der kommenden Woche weiter unter Druck bleiben.
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