USD und JPY: Nachfrage immer noch hoch!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 24. Oktober 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
geändert hat sich noch nicht sehr viel. Noch immer ist die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer gering. Noch immer wird weiterhin Panik-Deleveraging durchgeführt. Noch immer fehlt es an Liquiditätsfluss.
Besonders profitiert natürlich noch immer der JPY, das Stimmungsbarometer für steigende Risikoaversion von der Auflösung der Carry-Trades und von japanischen Investoren die genauso wie überall ihre Investments im Ausland auflösen und ihr Geld heimholen".
Und die Stimmung wird nicht gerade besser, nachdem sich nun auch Weißrussland, die Ukraine, Ungarn und Island, Pakistan angeschlossen haben mit der Bitte um Notfallkredite beim IWF. Man geht mittlerweile davon aus, dass der IWF in den ersten Novemberwochen eine Liquiditätslinie für der Liquidität bedürftige Länder einrichten wird. Die Details sind allerdings noch unklar. Unklar ist auch, ob die 250 Milliarden USD des IWF überhaupt für eine umfassende Stabilisierungsmaßnahme der kleinen EM Länder ausreichen wird. Möglicherweise könnte es notwendig werden, dass Länder mit hohen Reserven ebenfalls Liquidität zuschießen müssen. Doch weder China, noch Russland sind Mitglieder des IWF, so dass der Liquiditätsfluss dann hauptsächlich durch die G-7 gewährleistet werden müsste.
Die Stimmung jedenfalls spiegelt immer noch eine hohe Risikoaversion wieder. So erreichte der JPY mittlerweile ein 13-Jahres-Hoch gegenüber dem USD. Gegenwärtig notiert USD/JPY bei 93,25. Im Angesicht der vorherrschenden Stimmung ist ein weiterer Bruch der 93,00 nach unten durchaus möglich.
Der zweite Profiteur der Krise ist der USD. Dessen Aufwärtsbewegung wird weiterhin durch die Liquiditätskrise gestützt, da diese in USD finanziert wird. Hinzu kommt, dass auch die Emerging Markets die USD-Nachfrage unterstützen. Grundsätzlich gilt: in dem Ausmaß in dem die eigene Währung gestützt wird, fallen die Währungsreserven. Diese müssen dann auch wieder adjustiert, d.h. zurückgekauft werden.
Dagegen steht der Euro weiterhin massiv unter Druck, auch aufgrund der Spekulation, der Liquiditätsdruck welcher auf den osteuropäischen Volkswirtschaften lastet, könnte einen negativen Effekt auf Euroland ausüben.
EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1,2550. Die 1,2500 könnte heute durchaus noch nach unten durchbrochen werden, im Angesicht der vorherrschenden Stimmung.

