USD - Interventionen rücken in den Fokus
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 13. Juni 2008, 11:00 Uhr
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Liebe Leser,
nachdem EUR/USD sich am Mittwoch noch einmal in Richtung der 1,56er Marke bewegt hatte, die Veröffentlichung des Beige Books, aber wie zu erwarten war weder große Überraschungen noch ergreifende Highlights aufzeigte, setzte der USD zu einem starken Erholungstrend an. Tatsächlich erreichte der USD seinen stärksten Wochengewinn gegenüber dem Euro innerhalb von drei Jahren. Zwischenzeitlich fiel EUR/USD gestern sogar bis unter die 1,54er Marke.
Interventionen rücken in den Fokus
US-Finanzminister Henry Paulson hat es vorgemacht. Während eines CNBC-Interviews in dieser Woche gab er an, er würde niemals eine Intervention auf dem Währungsmarkt zur Unterstützung des USD ausschließen. Damit deuten die USA an, wie ernst es ihnen ist und dass sie gegenwärtig wohl wirklich ernsthafte Schritte in Erwägung ziehen um für den USD zu kämpfen.
Dies kann auch anderen nur gelegen kommen. Den G-8 zum Beispiel. Denn nahezu allerorten leidet vor allem die Exportwirtschaft unter der USD-Abschwächung. So ist es kein Wunder, dass der Konsens der Staaten einen starken US-Dollar favorisiert.
Und wie ich schon in früheren Ausgaben des Devisen-Monitor schrieb, dürfte am Ende nichts den Markt mehr packen als eine Intervention. Und nun wird gemunkelt, von allen Seiten, dass die G-8 ein weiteres Mal zu einer Intervention ansetzen könnten um den Verfall einer Währung durch ihren Kauf aufzuhalten.
So wie schon im Jahr 2000, als sie den Euro retteten, der nach seinem Debut 1999 27 % abgab. Oder wie 1995 als sie schon einmal den US-Dollar retteten, der innerhalb von vier Monaten 20 % gegenüber dem Yen abgegeben hatte.
Unterstützt wird das bullische USD-Szenario noch weiterhin durch die Spekulation auf eine mögliche Zinsanhebung durch die FED, welche Feuer erhält durch einen 3 % -Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze im Mai.
Insgesamt zeigt sich der Markt noch immer sehr nervös, doch ist ein deutlicher Verkaufsdruck im EUR/USD zu spüren. Auch im Hinblick auf das Abstimmungsergebnis bezüglich der EU-Verfassung in Irland, könnte der EUR weiterhin unter Druck geraten. EUR/USD könnte dementsprechend kurzfristig die Marke 1,5350 respektive 1,5330 durchaus testen, worauf allerdings wieder ein kurzer Erholungstrend folgen dürfte. Gegenwärtig notiert EUR/USD bei 1,5413.
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