USD gewinnt weiterhin Unterstützung
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 6. August 2008, 11:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
ja, es sieht gar nicht so schlecht aus für den US-Dollar, gegenwärtig. Beliebt ist er wieder geworden! Vor allem auch dank der Rohstoffe.
Nachdem die Rohstoffe ihre gegenwärtige Korrekturbewegung angetreten haben, sieht die Welt offenbar schon gleich viel rosiger aus. Schon blühen wieder die ersten größeren Wachstumshoffnungen für die Wirtschaft des größten Kraftstoffverbrauchers der Welt. Fonds steigen aus den Rohstoffen aus, diese verbilligen sich und schon hofft man, dass die US-Wirtschaft wieder wie geschmiert läuft.
Das nimmt wenigstens der FED ein wenig den Druck. Die hat gestern wie üblich, ihren Leitzins bei 2 % beibehalten. Untermalt mit den ebenfalls üblichen Worten: die Risiken fürs Wachstum bleiben, die Inflation macht uns große Sorgen. So ähnlich zumindest...Nichts Weltbewegendes also! Kein Gedanke an irgendwelche Leitzinsanhebungen. War aber auch klar! Nicht umsonst hat man das Notfall-Kredit-System ausgeweitet. Aber der Markt ist jetzt nicht mehr so beunruhigt wie vorher...wenn der Ölpreis fällt, ist ja wieder alles gut. Da ist die Inflation offenbar nicht mehr so bedeutsam. (Obwohl auch in den USA die Teuerungsrate immer noch enorm ist)
Bedeutsamer ist die Inflation aber für die EZB. Das sollte sie zumindest, im Angesicht einer Inflationsrate von 4,1 % und rückläufiger Einzelhandelsumsätze in Deutschland. Dennoch gehe ich davon aus, dass die EZB morgen ihren Leitzins ebenfalls bei 4,25 % beibehalten wird. Aber die EZB ist traditionell ein engagierterer Kämpfer gegen die Inflation als die FED. Möglich, dass Trichet also eine weitere Anhebung für dieses Jahr bedenkt. Ob sie wirklich kommt...nun man wird abwarten müssen.
EUR/USD erhielt heute im Angesicht der Spekulationen auf mögliche Überlegungen in Bezug auf den Kampf gegen die Inflation wieder etwas mehr Unterstützung und konnte von seinem Tief gestern bei 1,5447 auf gegenwärtig 1,5504 steigen. Im Angesicht des morgigen EZB-Meetings könnte der EUR kurzfristig noch weitere Unterstützung erhalten in Richtung 1,5530, bevor EUR/USD dann wieder unter Druck geraten könnte um in Richtung der 1,5440 zu tendieren.
Der US-Dollar legte auch gegenüber dem japanischen Yen weiter zu. USD/JPY notiert gegenwärtig bei 108,30. USD/JPY könnte auch weiterhin bis auf seinen 260-Tage-GD bei 108,76 zulegen. Hier dürften allerdings dann einige Verkaufsorder platziert sein.
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