USD gewinnt Unterstützung – JPY unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 23. Juli 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
der USD erhält gegenwärtig starke Unterstützung von Seiten der US-Offiziellen. Insbesondere von Henry Paulson, der nicht nur gerne bankrotte Firmen rettet (Fannie und Freddie), sondern vor allem den Markt etwas beruhigen will. Augenscheinlich könnte er damit zunächst auch Erfolg haben. Natürlich kommt ihm dabei auch der Ölpreis zur Hilfe.
Wie dem auch sei, die US-Offiziellen müssen einen starken US-Dollar mögen. Nicht nur weil Paulson einen solchen als wirklich sehr wichtig" bezeichnet hat, sondern ganz einfach weil sich die USA in einem Leistungsbilanzdefizit befinden und auf das Wohlwollen ausländischer Investoren angewiesen sind. Na ja, es fließt ja! Allein im letzten Monat habe ausländische Investoren 67 Milliarden US-Dollar in US-Aktien, - Notes- und Bonds gesteckt. Auch in Fannie und Freddie übrigens.
Obgleich ich noch immer nicht davon ausgehe, dass die FED in diesem Jahr tatsächlich ihren Leitzins noch anheben wird, hat der FED-Vorsitzende aus Philadelphia Charles Plosser mit seiner Rede in der er wieder einmal darauf hinwies die FED müsse den Leitzins anheben dem USD weitere Unterstützung geboten. Andererseits hatte Plosser sich auch gegen die in diesem Jahr durchgeführten Leitzinssenkungen ausgesprochen - offensichtlich ohne Erfolg.
Dennoch, der Markt scheint langsam wieder bullischer für den USD zu werden. Obgleich heute weitere Gewinne sehr limitiert sein könnten, da die Veröffentlichung des Beige Book für heute Nachmittag angesetzt ist. Worum es da geht muss mal wohl nicht erraten: schwache US-Wirtschaft, weiterhin inflationärer Druck. Doch am Ende hat sowieso nur der Markt Recht und der scheint den US-Dollar wieder zu mögen.
EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1,5727.
USD/JPY könnte weitere Unterstützung erhalten
Vor allem mag der Markt den USD/JPY. Der japanische Yen, bereits jetzt abgeschlagen, scheint im Moment wirklich keinen Anlass zum Kauf zu geben. Die japanische Zentralbank hält den Leitzins weiterhin tief. (Tiefer geht's ja auch nicht mehr... ;-) )
Bei einem Markt der sich wieder beruhigen lässt und möglicherweise sogar zur alten Risikobereitschaft zurückkehrt, ist das Umfeld für den Yen nicht gerade bullisch.
Hinzu kommt - für Charttechniker besonders interessant -, dass der USD/JPY zum ersten Mal seit dem 8.August über seinem 200-Tage-GD geschlossen hat.
Alles in allem sieht es mittelfristig nach weiterem Aufwärtspotenzial für den USD/JPY aus. Gegenwärtig notiert USD/JPY bei 107,82. In dieser Woche könnte die 108er Marke durchaus noch genommen werden.