USD bald die Nummer 2
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 15. Januar 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Zu spät kann ich nur sagen. Wie schon berichtet, ist die weltweite Anzahl von EUR seit letztem November grösser als die von USD.
Somit ist der USD jetzt schon klar die Nummer 2. Trotzdem wird er noch als Weltwährung gesehen.
Dies wird sich aber auch bald ändern. Die weltweiten vereinzelten Entwicklungen, die im Alltagsleben gar nicht so auffallen, deuten zusammengetragen sehr stark auf eine allgemeine Emanzipation gegen den USD hin.
Fassen wir einmal die Punkte zusammen:
- Iraks und Irans Bestrebungen, eine Ölbörse auf EUR-Basis zu installieren. Manche Insider behaupten, dass dies der wahre Grund war Saddam Hussein zu demontieren. Schliesslich hätte die USA dies auch schon früher in „Angriff" nehmen können.
- Die weltwirtschaftliche Rolle Russlands wird immer stärker, besonders im Energiesektor.
- Die lateinamerikanischen Staaten schliessen sich in den nächsten 5-8 Jahren zusammen und bilden eine Währungsunion, nicht auf $-Basis.
- Die asiatischen Staaten schliessen sich ebenfalls bis 2015 zu einer Währungsunion zusammen.
- Das Aussenhandelsdefizit der USA wächst weiterhin.
- Fast alle Staaten bauen Ihre USD-Fremdwährungsreserven drastisch ab, sogar die engsten Verbündeten.
- etc.
Diese Anzeichen alleine deuten auf einen zukünftig schwächeren USD hin. Trotz der starken Hand von George Bush und seiner Kompromisslosigkeit, konnte er diese Entwicklung nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil. Jeder weiss, dass sich die USA einen zweiten Militäreinsatz nicht leisten könnte.
Fazit ist, dass die USA in einer Zwickmühle ist. Der Irakkrieg bringt wirtschaftlich rein gar nichts und fesselt den Vormachtstaat zugleich, um vielleicht wichtigere Aufgaben als Weltpolizei zu erwägen. Innenpolitisch ist die jetzige Regierung schon gestorben. Minister, wie Donald Rumsfeld, mussten gehen, Wahlen wurden verloren und die neuen Quoten sprechen eindeutig für einen Parteiwechsel bei der nächsten Wahl. Bush kann froh sein, dass nur zwei Amtsperioden möglich sind. Somit verliert er nicht sein Gesicht.
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