USD auf dem Vormarsch
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 3. September 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
ja, beliebt ist er gerade wieder unheimlich der US-Dollar. Allerdings nach wie vor weniger weil es der US-Wirtschaft so gut ginge, sondern vielmehr weil sich der Fokus der Marktteilnehmer nun immer stärker auf die anderen Volkswirtschaften richtet.
Da wäre zunächst einmal Euro-Land. Die europäischen Einzelhandelsumsätze sind im Juli um weitere 2,1 % gefallen. Man erwartet, dass die europäische Wirtschaft schrumpft. Das bedeutet nicht etwa, dass die US-Wirtschaft sich dagegen gerade wie der Phönix aus der Asche erhebt. Wahrlich nicht! Es bedeutet schlussendlich nur, dass der Markt nun seinen Blick von den US-Schwächen auf die Europa-Schwächen lenkt und gerade diese nun einzupreisen beginnt.
Erschwerend kommt dann noch die britische Wirtschaft hinzu, die ja ebenfalls gerade nicht viel zu lachen hat. Die britische Konsumentenzufriedenheit hält sich auf einem 4-Jahres-Tief, doch die Inflationsrate liegt mit 5 % deutlich über dem angestrebten Ziel der Bank of England.
Und dann sind da noch die Rohstoffpreise. Nachdem sich Gustav", zumindest für die im Golf von Mexiko ansässige Ölindustrie, eher als schlappes Windchen" entpuppt hat, durchbrach der Ölpreis die Widerstandsmarke bei 110 US-Dollar pro Barrel nach unten und erreichte gestern ein neues Tief bei 105,46 US-Dollar pro Barrel. Der Rückgang bei den Rohstoffpreisen beflügelt wiederum den US-Dollar. Hier steckt zudem auch die Idee dahinter, ein Rückgang der Ölpreise könnte das US-Wirtschaftswachstum unterstützen.
Nun gut, an sich ist es nicht verkehrt, dass nun endlich auch die Risiken für die europäische Wirtschaft mit eingepreist werden. Dennoch gehe ich nach wie vor nicht davon aus, dass die US-Fundamentaldaten tatsächlich einen starken US-Dollar bis ins kommende Jahr hinein rechtfertigen können. Meiner Meinung nach, dürfte der US-Dollar noch in diesem Jahr wieder eine Trendwende sehen.
Doch zunächst bleibt der Euro wohl unter Druck. Nur geringen Einfluss dürften wohl auch die für Freitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten begründen. Der Konsens erwartet einen weiteren Rückgang der nonfarn payrolls" um 75.000 Arbeitsplätze im August. Die nächste Widerstandsmarke im EUR/USD dürfte bei 1,4340 liegen. Kurzfristig dürfte die Marke nicht nach unten durchbrochen werden, dennoch ist ein Test der Marke nicht auszuschließen.
Cable dürfte weiter unter Druck bleiben. Dennoch wirkt GBP/USD technisch mittlerweile überkauft, so dass ein Rücksetzer auf 1,7670 kurzfristige Unterstützung bieten könnte.
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