USA – Indien – China
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily zum Thema Global Anlegen
vom 11. August 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Hier die Zahlen zu den News von der volkswirtschaftlichen Front, auf die mein Kollege Bill Bonner verwiesen hatte: Die US-Produktivität ist im zweiten Quartal um beeindruckende 5,7 % gestiegen. Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 3.000 auf 390.000 gefallen, was das niedrigste Niveau seit dem 8. Februar ist.
Dann sind die US-Einzelhandelsumsätze im Juni um 1,5 % gestiegen, während die Lagerbestände unverändert blieben. Und die Fed hat mitgeteilt, dass die Verschuldung der Konsumenten im letzten Monat sogar gesunken ist. Es sieht so aus, dass die US-Konsumenten im Juni ihre gesamte Verschuldung um 400 Millionen Dollar auf 1,76 Billionen Dollar verringert haben. Ein monatlicher Rückgang der Konsumentenverschuldung ist eine so große Rarität, dass es das in den letzten 5 Jahren nur drei Mal gab.
Negativ zu vermerken war allerdings, dass die Hypothekenzinsen wieder steigen. Die US-Hypothekenbank Freddie Mac hat mitgeteilt, dass der Zinssatz für 30jährige Hypotheken bundesweit auf durchschnittliche 6,34 % gestiegen ist (in der Woche, die am 8. August endete) – ein neues Jahreshoch.
Dieser neue Hypothekenzins liegt 123 Basispunkte über den 5,21 %, die wir noch vor 2 Monaten gesehen hatten. Und diese (deutlich) höheren Zinsen werden kein Freund der Wirtschaftslage sein.
Wechseln wir das Land – und schauen nach Indien und die Edelmetallmärkte. "Ein Jahr nach einer verheerenden Dürre wird Indien jetzt durch zahlreiche Regenfälle überschwemmt – und durch eine Flut von guten News für die Wirtschaft", so das Wall Street Journal. "Die Landwirtschaft beschäftigt immer noch zwei Drittel der eine Milliarde Inder, und sie trägt zu einem Viertel des indischen BIPs bei, das laut Volkswirten im laufenden Fiskaljahr, das bis nächsten März läuft, um 6,5 % zunehmen soll."
Was haben die Regenfälle in Indien mit Gold und Silber zu tun? Nur das: Ein guter Monsun bedeutet eine starke Wirtschaft, und eine starke Wirtschaft bedeutet auch starke Inflation. Und Gold und Silber sind "sichere Häfen" bei Inflation, weshalb die Nachfrage nach ihnen in Indien bald steigen sollte. Der Herbst ist in Indien auch die Saison, Urlaubs- und Hochzeitsgeschenke zu kaufen – und welches frisch verheiratete Paar würde nicht gerne etwas Extra-Goldschmuck haben?
Das Wall Street Journal weiter: "Die Herbstmonate, die in Indien vollgepackt mit traditionellen Feiertagen und Urlauben sind, sind das indische Äquivalent zu der Weihnachts-Einkaufs-Saison in den USA und Europa – eine Zeit für Geschenke und größere Käufe."
Wir Leute der westlichen Welt könnten denken, dass die tatsächlich gegebene Affinität der Inder zum Gold ein Anachronismus sei. Denn schließlich werden in der mächtigsten Volkswirtschaft der Welt – den USA – die wirtschaftlichen Transaktionen mit dem Dollar durchgeführt. Der Reservewährung der Welt. Also welchen Nutzen hat Gold, dieses barbarische Relikt? Keinen, ist die Antwort ... außer, natürlich, die globale Regierung des Dollar käme zu einem Ende.
Währenddessen – in einer anderen Ecke des globalen monetären Hauses – wird der chinesische Yuan immer stärker. Dabei wird er ein unwilliger Herausforderer der Dollar-Hegemonie. Die wirtschaftlichen Fundamentals sprechen dafür, dass der Yuan stärker werden sollte. Aber die achtjährige Bindung des Yuan an den Dollar zeigt, dass diese riesige asiatische Nation glücklich mit der derzeitigen währungspolitischen Situation ist.
Die Bush-Administration will die chinesische Regierung dahinführen, dass sie eine Stärke der eigenen Währung zulässt, indem sie das Handelsband gegenüber dem Dollar erweitert. Und es scheint eine vernünftige Wette sein, darauf zu setzen, besonders weil der Yuan überbewertet scheint. Wenn der Yuan sich schließlich von seinen künstlichen Begrenzungen lösen wird, dann wird er wahrscheinlich gegenüber dem Dollar deutlich nach oben steigen.
Aber ich möchte auf eine Aussage der Everbank, die Konten in Yuan anbietet, hinweisen: "Weil China ein Emerging Market ist, sind Investitionen in chinesischer Währung HOCH RISKANT. Wenn die chinesische Regierung zum Beispiel harte Wechselkursbeschränkungen festlegt, dann ist sogar der Verlust aller Anlagen möglich."
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