US-Zahlungsunfähigkeit steht bevor

in DAX Daily zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


nachdem die Staatsanleihenblase in den europäischen Peripherieländern platzt und dort munter zu Folge-Effekten wie schweren Rezessionen führt, scheint nun allmählich die nächste Stufe zu zünden: es erwischt die Anleihen der wirtschaftlich stärkeren Länder Europas. Eines Tages werden deutsche Bundesanleihen, angesichts des auch hier nicht unbeträchtlichen Ausfallrisikos mit einem lächerlich niedrigen Zinssatz versehen, ebenso gemieden werden wie jetzt die spanischen. Bis dahin kann allerdings noch ein Weilchen vergehen. Den Schlussakt der platzenden Blase sehe ich in den USA. Auch dort wird es bei den Staatsanleihen drastische Kurseinbrüche und Zinsanstiege geben. Das wird keine Notenbank der Welt mit weiteren Zinsmanipulationen verhindern können.


1, 6 Prozent Zinsen für die zehnjährigen Anleihen bietet dieser Staat momentan seinen Gläubigern. Dabei weiß er nicht einmal, woher er noch das Geld nehmen soll, um seine Lehrer und Polizisten zu bezahlen. Die USA stehen spätestens Ende des Jahres, wenn sich massive neue Haushaltslöcher auftun, vor einer weiteren Abstufungswelle der (eigenen) Ratingagenturen, für die es wiederum um das letzte bisschen Glaubwürdigkeit geht. Wie schon im letzten Sommer, wird das Thema Zahlungsunfähigkeit der USA" noch in diesem Jahr das bestimmende Thema an den Aktien- und Anleihenmärkten werden.

Ich glaube allerdings im Gegensatz zu vielen anderen Analysten nicht, dass die freiwerdenden Mittel aus dem Anleihenmarkt dann munter in den Aktienmarkt fließen. Platzende Blasen und deren negative Vermögenseffekte haben stets einen starken negativen Einfluss auf die Realwirtschaft und damit auf die Aktienkurse (siehe Bärenmarkt 2008, als die US-Immobilienblase platzte). Hinzu kommt, dass die USA spätestens nach der Wahl im November zu massiven Steuerhöhungen gezwungen sein werden, um ihre Haushaltslöcher zu stopfen. Nach einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs dürften diese dann zu einem negativen Effekt von bis zu minus 4 Prozent(!) auf das US-Wachstum sorgen. Was das für die Unternehmensgewinne und Aktienkurse bedeuten wird, muss ich Ihnen sicher nicht weiter erläutern.

Die kommende Deflation wird alle Bereiche betreffen - Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle, Anleihen. Es gibt keinen Platz zum Verstecken. Die Notenbanken werden den Kampf gegen die Deflation voraussichtlich noch in diesem Jahr endgültig verlieren.

von
Henrik Voigt
Henrik Voigt

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Kommentar von Albert Karl

Sie sagen es richtig Herr Voigt: "es gibt keinen Platz zum Verstecken". Fakt ist doch, dass jetzt nach all den eingleiteten Aktionen und Maßnahmen der Troika, das europäische Haus trotzdem in Flammen steht. Warum? Weil die Feuerwehrfrau Merkel mit Kerosin löscht: Sie spart. Genau deshalb hat sich die Finanzkrise in der Euro-Zone innerhalb von drei Jahren zu einer wirklichen Existenzkrise auswachsen können. Man hätte also damals schon nach den ersten Bankenkrisen sich sagen müssen: Wehret den Anfängen. Aber da fehlte den Entscheidern der Mumm hinsichtlich des vermeintlichen Zusammenstürtzens von Risikobanken. Und trotzdem: Ein saubener chirurgischer Schnitt hätte hergehört, um all diese "Geschwüre" aus Mißwirtschaften, Kungeleien, Überheblichkeiten, Eitelkeiten und vor allem natürlich Geldgier, herauszuschneiden. Ein wirtschaftlicher Bereinigungsprozess hätte hergehört. Aber da waren ja zu viele "Verstrickungen, europoweit und besonders jenseit des Atlantiks im Spiel! Und heute? Im Prinzip wie vor drei Jahren, nichts hat sich geändert. Die Zeiten sind sehr, sehr ernst sogar. Wir (Europa) stehen am Abgrund und werden hineinfallen, wenn jetzt nicht eine Minute vor Zwölf das Steuer herumgerissen wird. Aber für solch eine Politik braucht es eben Mut. zu einer Fiskalunion und politischen Union der Euro-Gruppe. Aber neben der Krisenrettung und der erforderlichen Wachstumsimpulse gibt es für die Europäer ja auch noch eine dritte Herausforderung: die Strukturreformen, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas massiv zu verstärken. Nochmals: vier Eckpfeiler müssen Europas Antwort auf diese Krise tragen - politische Union, Fiskalunion, Wachstum und Struktureformen.

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Kommentar von Martin

Hallo, meine Frage zu dem Artikel ist, wohin wird Ihrer Meinung das Geld fließen, solte die Anleihenblase platzen? Viele Grüße Martin

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