US-Wirtschaftszahlen mit wenig Überraschungen
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 15. September 2003 18:00 Uhr
ENL5462
Und da war sie wieder, meine Lieblings-US-Konjunkturkennzahl: Der (meiner Meinung nach) nichts sagende, weil hochvolatile NY Empire State Index. Dieser lag im September bei 18,4 Punkten nach dem verheerenden Rückgang auf ca. 10 Punkten im August. Die Erwartungen lagen bei 15 Punkten.
Der Index gibt Aufschluss auf die Aktivität im herstellenden Sektor im Großraum New York und ist das Ergebnis einer Umfrage der Bank of New York bei Vorständen aus verschiedenen Unternehmen in der herstellenden Industrie. Er soll ein Frühindikator für den ISM-Index sein. Ich denke mal, die Aufregung um diesen Index, die im Anfang der Rallye bei einem plötzlichen Anstieg auf über 20 (von zuvor unter 10) entstanden war, ist verpufft. Die hohe Volatilität dieses Index lässt an seiner Prognosesicherheit (zumindest zurzeit) arg zweifeln. Lassen wir ihn getrost wieder in der Versenkung verschwinden ...
Die US Leistungsbilanz weist nahezu unverändert ein Defizit von 138,7 Mrd. Dollar auf. Erwartet wurden 136–138 Mrd. Dollar. Weiterhin Rekordniveau.
Leicht positiv zu bewerten sind die um 0,1 % auf 1 179,57 Mrd. $ gesunkenen Lagerbestände, bei gleichzeitigem Anwachsen der Geschäftsumsätze um 1,6 % nach 1,3 % zuvor.
Soweit so gut, die europäischen Indizes reagierten auf diese um 14.30 Uhr veröffentlichten Zahlen kaum. Es hat sich sozusagen nichts Interessantes getan. Wichtiger werden die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung sein, die um 15.15 Uhr veröffentlicht werden.
Die US-Industrieproduktion ist lediglich um 0,1 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg von 0,2 bis 0,4 % nach zuvor 0,7 % (revidiert von 0,5 %). Hier zeichnet sich eine leichte Abschwächung ab. Man sollte diese nicht überbewerten, hier könnten sich auch saisonal Einflüsse bemerkbar gemacht haben.
Die Kapazitätsauslastung liegt weiterhin unverändert bei mageren 74,6 % und damit in den Erwartungen. Ein Argument bleibt bestehen: Im Gegensatz zu den Konjunkturdaten, die umfragebedingt sind, also auf subjektiven Einschätzung beruhen, zeigen die harten Konjunkturdaten noch keine Erholung an.
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