US-Wirtschaftswachstum - Auf zu neuen Ufern
Katja Kram in Insider Daily
vom 30. Oktober 2009, 14:30 Uhr
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einmal mehr hat der gestrige Handelstag bewiesen, wie abhängig der deutsche Aktienmarkt von Nachrichten aus Übersee ist. Denn erst als die Meldung vom Konjunkturwachstum in den USA zu uns herüberschwappte, kam der Schwung wieder zurück aufs deutsche Handelsparkett. So konnte dann auch der DAX zum Handelsschluss um 1,66% zulegen und mit einem Zählerstand von 5.587 Punkten den Tag beschließen.
US-BIP steigt wie Phönix aus der Asche
Endlich scheint der Knoten geplatzt zu sein. Das US-Handelsministerium berichtete gestern, dass das Bruttoinlandsprodukt in den USA im dritten Quartal 2009 annualisiert um etwa 3,5% gewachsen ist. Damit wurden die Erwartungen der Experten, die mit einem Anstieg von 3,2% gerechnet hatten, sogar übertroffen. Dass man sich in Amerika am Wachsen der Wirtschaftsleistung erfreuen kann, ist nach Expertenmeinung vor allem auf steigende Konsumausgaben zurückzuführen. Hier verzeichneten die Amerikaner im Zeitraum Juli bis September einen Anstieg um 3,4%. Zudem zeigen der Anstieg der Investitionen in Immobilien und die konjunkturstimulierenden Maßnahmen der Regierung, wie beispielsweise die amerikanische Version der Abwrackprämie, ihre Wirkung.
Procter & Gamble übertreffen die Erwartungen
Dass es wieder bergauf geht zeigten gestern außerdem die Quartalsberichte von Procter & Gamble sowie von Motorola. Der Konsumgüterriese Procter & Gamble Co. fuhr in der Zeit von Juli bis September 2009 einen Gewinn von 3,31 Mrd. Dollar bzw. 1,06 Dollar je Aktie ein. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres verdiente Procter & Gamble 3,35 Mrd. Dollar bzw. 1,03 Dollar je Aktie. Damit ist der Gewinn zwar leicht gesunken, dennoch übertrafen die Chicagoer mit dem Ergebnis die Erwartungen der Experten. Der Umsatz ging um 6% auf 19,8 Mrd. Euro zurück. Doch auch hier konnte der Konzern die Analystenerwartungen schlagen, die mit weitaus weniger Umsatz gerechnet hatten.
Motorola hangelt sich in Gewinnzone zurück
Der angeschlagene Handyhersteller Motorola verbuchte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn von 12 Mio. Dollar bzw. 1 Cent je Aktie. Wo im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch ein Verlust von 397 Mio. Dollar bzw. 18 Cents je Aktie zu Buche schlug, stehen nun wieder schwarze Zahlen. Dank stringenter Sparmaßnahmen, die unter anderem auch einen massiven Stellenabbau vorsah, ist der Konzern wieder zurück in der Gewinnzone. Beim Umsatz musste der Handyhersteller allerdings noch einen herben Einbruch von 27% auf 5,4 Mrd. Dollar hinnehmen. Doch der Ausblick im laufenden Quartal einen Gewinn von 7 bis 9 Cent zu erreichen, stimmt die Anleger wieder friedlich. Zuversichtlich ist der Konzern vor allem deshalb, weil zwei neue Motorola-Smartphones auf den Markt kommen, die mit der Google Software Android ausgestattet sein werden.
Die relativ guten Quartalszahlen dieser namhaften Unternehmen und der erste BIP-Anstieg seit zwei Jahren machen wieder Hoffnung darauf, dass die Krise in den USA bald zu den Akten gelegt werden kann. Dennoch kann es nicht schaden, die aktuelle Berichtssaison genau zu verfolgen.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Katja Kram