US-Verschuldung und die Straßensperren zur Renaissance
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 22. September 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Es wäre fast lächerlich einfach, den USA eine wirkliche Renaissance zu verschaffen. Aber zuerst muss man das wirkliche Problem verstehen. Das ist kein Mangel an "Stimulierung". Oder die ungleiche Verteilung der Einkommen. Oder mangelnde Regulierung. Oder die Gier der Banker...oder das Nicht-Funktionieren des Kapitalismus.
Überschuldung als Mega-Problem
Das Problem sind Schulden. Es gibt zu viele Schulden.
Und es gibt zu viele, weil die Regierungen die Leute ermutigt haben, sich zu verschulden und zu viel auszugeben. Das tut ein System von reinen Papier-Währungen. Die USA geben Geld aus. Das Geld geht nach Übersee. Aber anstatt dass die Ausländer die Dollar dann zurückgeben und gegen Gold eintauschen, behalten die Ausländer das Papier-Geld in Übersee. Da dient es als Währungsreserve. Im Endeffekt mussten die Amerikaner so nie ihr Geld zurücknehmen und gegen Gold austauschen. Die Schulden wuchsen und wuchsen. Die akkumulierten Handelsbilanzdefizite der USA seit 1971 summieren sich auf 8 Billionen Dollar. Das ist die Differenz zwischen dem, was die Amerikaner für Güter aus Übersee ausgegeben haben...und dem, was sie selber den Ausländern verkauft haben.
Wachsendes US-Handelsbilanzdefizit
Und dieser Betrag wächst weiterhin, um rund 50 Mrd. Dollar pro Monat.
Ein großer Teil dieses Geldes kommt letztlich doch zurück in die USA. Aber er kommt als Schulden zurück. Die Ausländer leihen den Amerikanern Geld. Das lässt die Schuldenlast der US-Regierung um ca. 100 Mrd. Dollar pro Monat steigen.
Zu viel Schulden verursachen Probleme. Die Volkswirtschaften können sich nicht "erholen", solange man sich nicht um die Schulden kümmert. Aber sich um Schulden "kümmern" ist schmerzvoll. Die Banker (die einen großen Teil der faulen Schulden halten) und die Politiker (die oft für die Banker arbeiten) wollen keine Schmerzen erleiden. Sie wollen, das jemand anderes die Schmerzen erleidet...am liebsten jemand in der Zukunft, jemand, der zum jetzigen Zeitpunkt noch zu jung ist, um wählen gehen zu können.
Ohne Einschnitte geht es nicht
Aber das funktioniert nicht. Wenn sich die Wirtschaft unter der Schuldenlast abschwächt, dann breitet sich der Schmerz aus.
Das ist alles, was ich weiß. Und alles, was ich wissen muss. Die Investoren glauben nicht länger, dass staatliche Stimulierungs-Maßnahmen die lang erwartete Erholung produzieren werden. Bernanke hat versprochen, die Leitzinsen zwei Jahre lang auf dem Niedrigst-Niveau zu lassen.
Und Obama hat vorgeschlagen, neue Programme im Volumen von fast einer halben Billion Dollar durchzuführen (was die jüngsten Diskussionen über die Erhöhung der Schulden-Obergrenze wie Unfug aussehen lässt).
Kein Ende der "Großen Korrektur"
Mit anderen Worten: Es sind beide Kanonen abgefeuert worden, die fiskalische und die monetäre - und die "Große Korrektur" wurde dennoch nicht besiegt.
Warum? Weil der Obama-Plan die Schuldenlast erhöht; und genau das braucht die Wirtschaft jetzt am allerwenigsten. Was denken Arbeitgeber von dem Plan, mehr Arbeitsplätze zu schaffen? Die New York Times berichtet dazu:
Jen-Hsun Huang, CEO von Nvidia, sagte, dass die Anreize, die Präsident Obama vorgeschlagen hat, das Unternehmen nicht dazu bringen werden, zusätzliche Leute einzustellen, und auch nicht die Art verändern werden, welche Leute eingestellt werden.
Diese Einschätzung hörte man in diversen Industriezweigen, von Vorständen sowohl großer als auch kleiner Unternehmen. Das betont die Größe des Problems für die Obama-Administration, die versucht, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Plan hat deshalb auch an der Wall Street zu keinem Optimismus geführt.
Zum zweiten Teil von: Mein Vorschlag: Einheitssteuer von 10%
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Joachim Mueller (22.09. 2011 08:14 Uhr):
Das zeigt wie engstirnig die Politiker sind. Getrieben von der Idee, etwas tun zu muessen, vergessen sie dass Unternehmen mehr als Geld brauchen, um zu investieren. Vor allem brauchen sie Kunden. Aber das haben die Unternehmer selbst verschuldet. Wenn die potentiellen Kunden staendig abgezockt werden, verbleibt keine Kaufkraft. Die Politik sollte sich aus der Wirtschaft heraushalten, obwohl etliche Regeln gegen wirtschaftlichen Missbrauch unumgaenglich sind. In den USA wird die Regierung weitgehend von den Grossunternehmen gesteuert. Die sind natuerlich nicht an Arbeitslosenzahlen interessiert. Viele Arbeitslose sind ein billiges Reservoir. Aber so billig wie Chinesen oder Vietnamesen werden die US-Arbeiter in den nachsten Dekaden wohl kaum sein.
Antworten - Kommentar von Klaus Morian (22.09. 2011 12:38 Uhr):
"Ohne Einschnitte geht es nicht" Dabei besteht theoretisch die Chanche, dass die Einschnitte wo anders sind. 2 Beispiele: 1. Man gibt in England Freibeuterbriefe raus und läßt einen Teil der Beute der spanischen Silberschiffe als Steuern einbuchen, so kann man sich sanieren und adelt hinterher Sir Fances Drake 2. Man vergisst, dases eine Verabredung zum Plündern und Brandschatzen in Europa auch eine illegale Absprache ist, und legaisiert damit die Absprachen zum naked short selling und verkauf von CFD`s und swaps einiger Staaten nacheinander wie Island, Griechenland, Irland, Portugal usw .( IQuelle : Spieegel) Damit man durch Verkäufe dieser Werte Zwangsliquidationen von Europäischen Fonds auslösen kann und daran gefahrlos reich wird . Das Geld dann in den USA versteuert.
Antworten - Kommentar von Monetenmann (22.09. 2011 13:09 Uhr):
Genau diese Art von Artikeln liebe ich, Original Bonner - unverbesserlich!
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