US-Verbrauchervertrauen setzt Ölpreise unter Druck
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 14. August 2009, 20:00 Uhr
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Die überbordende Euphorie an den Finanzmärkten hat sich in dieser Woche möglicherweise in leichte Ernüchterung umgekehrt. Zwar geht man nach wie vor davon aus, dass die schlimmste Phase für die Weltwirtschaft wohl mittlerweile überstanden ist, doch inzwischen scheint möglicherweise langsam der Gedanke aufzukommen, dass es noch zu optimistisch ist zu sagen, der Wendepunkt sei bereits eingetreten. Tatsächlich hat die Stärke der Abschwächung zwar nachgelassen, aber von einem Ende der Abschwächung kann wohl noch nicht die Rede sein.
Erste Enttäuschung bot in dieser Woche der Antriebsmotor China, als am Montag die chinesische Regierung verlauten ließ, dass die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 23% eingebrochen seien. Zudem sind die Investitionen in städtische Anlagegüter weniger stark gestiegen als erwartet. Die Vergabe neuer Kredite sank im Juli auf 355,9 Milliarden CNY - das entspricht weniger als einem Viertel des Werts vom Vormonat.
Während in Deutschland das Verarbeitende Gewerbe, laut dem Staistischen Bundesamt, im Juni einen starken Umsatzrückgang zu verbuchen hat, hat sich die US-Produktivität, dem US-Arbeitsministerium zufolge im zweiten Quartal stärker als erwartet erhöht. Dagegen hat sich das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen, laut US-Handelsministerium, im Juni weiter vergrößert. Der US-Haushalt weist im Juli den 10. Monat in Folge ein Defizit auf. Der Einzelhandelsumsatz hat sich , laut US-Handelsministerium im Juli, stärker als erwartet vermindert. Die US-Industrieproduktion im Juli ist angestiegen, dagegen hat sich das US-Verbrauchervertrauen im August deutlich und stärker als erwartet verschlechtert. Die US-Konsumentenpreise wurden im Juli mit dem stärksten Rückgang auf Jahressicht, innerhalb der letzten 60 Jahre ausgewiesen.
Der Shanghai Composite Index gab im Wochenvergleich rund 6,6% ab. Der DAX verlor 2,7% auf Wochensicht. Der Nikkei schloss die Woche mit 1,8 % im Plus, während der Dow Jones aktuell rund 1,3% im Minus notiert.
Das FOMC-Meeting brachte wie erwartet keine großen Veränderungen: die FED wird ihre Niedrigzinspolitik weiter fortführen. Zudem wurde ein weiteres Mal bekräftigt man sei zuversichtlich, was die künftige Wirtschaftsentwicklung der USA anbelangt.
Nach den Ergebnissen des FOMC-Meetings am Mittwoch konnte EUR/USD zunächst deutlich zulegen und stieg im Folgenden zwischenzeitlich auf über 1,43. Das übergeordnete Bild hat sich allerdings vorerst nicht verändert. Noch immer bewegt sich EUR/USD in einer breiteren Range.
Energie
Der WTI-Preis pendelte die Woche über weiter um die 70 USD-Marke herum, und erreichte am Donnerstag ein zwischenzeitliches Hoch bei 71,91 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Den größten Teil der Woche über erhielten die Ölpreise Unterstützung von der altbewährten Seite: in Korrelation zur Stimmung an den Finanzmärkten.
Am Freitag setzten allerdings die vernichtenden Ergebnisse zum US-Verbrauchervertrauen die Stimmung deutlich unter Druck. So fiel EUR/USD am Freitag von über 1,43 bis auf aktuell 1,4182.
Ein stärkerer USD und Konsumenten, die sich Sorgen um die Wirtschaft machen, was den Fokus an den Märkten nun wieder stärker in Richtung Nachfrageentwicklung lenkt, setzten damit am Freitag auch die Ölpreise unter Druck.
WTI zur Lieferung im September notiert aktuell bei 67,65 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im September notiert aktuell, nach wie vor mit deutlichem Aufschlag, bei 72,36 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis bewegte sich die Woche über in einer breiten Handelsspanne zwischen 940 und 960 US-Dollar pro Feinunze, wobei am Donnerstag zwischenzeitlich das Wochenhoch bei 960 US-Dollar erreicht wurde.
Am Freitag setzte der Rückgang der Konsumentenpreise, was die Inflationserwartungen deutlich nach unten schraubt, sowie ein stärkerer US-Dollar, den Goldpreis wieder deutlicher unter Druck, wobei bislang die 945 US-Dollar-Marke hält.
Aktuell notiert Gold im Spotmarkt bei 945,70 US-Dollar pro Feinunze in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 953,60 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetalle konnten in dieser Woche weiterhin deutlich und stark zulegen. Nach wie vor gelten auch hier die gleichen Beweggründe: die zunächst überbordende Euphorie, die Erwartung einer raschen Erholung der Weltwirtschaft (eine Erwartung, die mittlerweile mehr als eingepreist gelten kann), Minenausfälle und der schwache USD.
So schloss Konjunkturmetall Kupfer am Donnerstag sogar knapp unter 2,90 USD, bei 2,87 US-Dollar pro Pfund.
Am Freitag wurden die Argumente der Optimisten dann allerdings wieder deutlich auf die Probe gestellt. Ein stärkerer USD und eine erste Ernüchterung, was die weltwirtschaftliche Erholung angeht, vermochten es zumindest leichten Druck auf die Preise auszuüben.
Kupfer notiert aktuell bei 2,79 US-Dollar pro Pfund in New York.