US-Verbrauchervertrauen explodiert
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 29. April 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Ich hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass das Verbrauchervertrauen nach dem Krieg drastisch ansteigen werde. Genau das scheint nun auch zu passieren.
Um 16.00 Uhr wurde das US-Verbrauchervertrauen für April 2003 veröffentlicht. Der Index stieg auf 81 Punkte. Erwartet wurde der Index nur bei 68,6 bis 76,0 Punkten. Im letzten Monat lag er bei 61,4 Punkten.
Dieses Ergebnis trieb die Märkte wieder an ihre Widerstände. Dabei wurde sowohl die Dow-Marke bei 8525 Punkten mit 8559 leicht gebrochen, als auch die Dax-Marke um 4 Punkte mit 3004 Punkten im Hoch. Deswegen schreibe ich immer "nachhaltiger" Bruch, denn kurz nach der Veröffentlichung kam es zu plötzlichen und starken Abgaben, in deren Verlauf die Märkte sogar in Minus rutschten ... Offenbar wurde mit großen Positionen in die steigende Märkte verkauft. Dazu morgen mehr.
Zum Verbrauchervertrauen noch eine kleine Anmerkung: Ich schrieb bereits mehrfach, dass ein steigendes Verbrauchervertrauen ein Anzeichen für eine steigende Konsumbereitschaft darstellt.
Das stimmt auch, aber es gibt eine Ausnahme: Bei einer generell hohen Arbeitslosigkeit neigen die Verbraucher dazu, die Gefahr ihren Arbeitsplatz zu verlieren als ebenfalls hoch einzuschätzen. Das führt dazu, dass Ausgaben auf wesentliche Bereiche zurückgefahren werden. Sozusagen als Vorsorge im Falle eines Arbeitsplatzverlustes. So könnten die schlechten Arbeitsmarktdaten in Amerika die Verbesserung des Verbrauchervertrauens schnell wieder wirkungslos machen. Die Arbeitsmarktdaten diese Woche werden somit die eigentlich wichtigen Daten sein.