US Verbrauchervertrauen
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 24. Februar 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
Gestern mussten die Aktienmärkte einen vergleichsweise deutlichen Rücksetzer hinnehmen. In das optimistische Gesamtbild für 2010 passen wohl schlechte Quartalszahlen und durchwachsene Wirtschaftsdaten nur, solange es sich um einzelne Ausrutscher handelt. Gestern häuften sich aber die Negativmeldungen. Der Chemie- und Pharmakonzern Merck hatte die Gewinnerwartungen im Geschäftsjahr 2009 verfehlt und will seine Dividende kürzen. Die Commerzbank „überraschte" die Anleger mit einem unerwartet hohen Verlust von insgesamt 4,5 Milliarden Euro (!). Na macht ja nichts, solange der deutsche Steuerzahler dafür einstehen muss.
Bereits am gestrigen Vormittag drückte der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland auf die Stimmung. Der ist im Februar unerwartet auf 95,2 Punkte (Januar: 95,8 Punkte) gesunken, während Volkswirte im Mittel mit einem Anstieg auf 96,2 Punkte gerechnet hatten. Nun ja, diese vergleichsweise moderate Abweichung ist zwar etwas enttäuschend, aber noch zu verschmerzen gewesen.
Endgültig brachte aber das gestern um 16:00 Uhr gemeldete US-Verbrauchervertrauen die Kurse ins Rutschen. Es war im Monat Februar auf 46,0 Punkte gefallen. Ein drastischer Einbruch, wenn man bedenkt, dass es im Januar noch bei 55,9 Punkten lag. Damit wurden die Erwartungen von 55,0 Punkten sehr deutlich verfehlt. Es sieht so aus, als würden nun auch die US-Konsumenten mit deutlicher Zurückhaltung auf die Entwicklung reagieren. Zur Theorie eines in den Medien so gern präsentierten v-förmigen, selbsttragenden Aufschwunges wollen solche Werte einfach nicht passen.
Heute stehen wieder einige interessante Wirtschaftdaten an (siehe unten). Außerdem hält US-Notenbankchef Ben Bernanke eine Rede, die die Märkte sicher in alle Einzelteile zerlegen werden, um Hinweise auf eine mögliche Straffung der Geldpolitik zu erhalten.
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