US-Verbraucher in der Bredouille
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. September 2010, 07:30 Uhr
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In der vergangenen Woche kamen die deutschen Standardwerte nicht mehr voran. Am Freitag standen 6209 Punkte auf der Tafel.
Japanische Standardwerte weiterhin mit relativer Stärke
Das sind nur magere" fünf Pünktchen weniger als in der Vorwoche. Die US-Indizes schlugen sich indes etwas besser. Der marktbreite S&P 500 kam um fast 1,5 Prozent auf 1125 Punkte voran. Der Dow Jones verbesserte sich auf 10607 Zähler bzw. 1,4 Prozent. Ferner fiel weiterhin auf, dass nach den Interventionen der japanischen Notenbank am Devisenmarkt die japanischen Aktien erneut relativ fest tendierten. Am Freitag ging der japanische Leitindex bei 9626 Yen aus dem Handel. Dies entspricht einem stolzem Wochenplus in Höhe von fast 4,2 Prozent.
Offiziell verbreiteter Optimismus
In jüngster Vergangenheit haben in der öffentlichen Debatte wieder einmal die Konjunktur-Optimisten Oberwasser erlangt. Politiker, Finanzmarktexperten, Wirtschaftswissenschaftler und Analysten überbieten sich mit Argumenten, mit denen sie die deutlichen Rezessionssignale treffsicherer Frühindikatoren zu entkräften suchen. Fast fühlt man sich in das Jahr 2007 zurück versetzt. Auch damals wurden eindeutige Rezessionssignale ignoriert oder sogar umgedeutet, um weiterhin bullish bleiben zu können. Selbst dann noch, als die Rezession Ende des Jahres bereits unmittelbar bevor stand. Dasselbe Muster können Sie auch jetzt wieder beobachten. Alles sei in bester Ordnung, so heißt es. Eine kurze Verschnaufpause in dieser Phase eines Aufschwungs sei durchaus normal und mitnichten besorgniserregend.
Wirklich heile Welt?
Sie alle wollen Ihnen derzeit weiß machen, dass die Welt in bester Ordnung sei, die Wirtschaft sich auf einem gesunden Wachstumspfad befinde und die Krise dank beherzter geld- und fiskalpolitischer Manipulationen beendet worden sei.
Ich vertrete eine ganze andere Meinung. Ich sehe einige sehr schlagkräftige Entwicklungen, die ausgehend von den USA sehr deutlich für eine bald beginnende Rezession sprechen. An dieser Stelle sei insofern nur kurz auf die Entwicklung bei den US-Verbrauchern eingegangen.
US-Konsumenten in der Bredouille
Eine Grundregel amerikanischer Ökonomen lautete: Unterschätze die Konsumneigung der Amerikaner nicht." Zahlreiche meiner Landsleute haben über einen so langen Zeitraum so intensiv über ihre Verhältnisse gelebt, dass viel Ökonomen daraus den naiven Schluss gezogen haben, es könne bis alle Ewigkeit so weitergehen. Jetzt deutet jedoch vieles auf das Ende dieses Konsumrauschs hin, der zu einem großen Teil auf Pump finanziert wurde.
Eine dramatische Veränderung hat beispielsweise am Automobilmarkt stattgefunden. Im August sind die Absatzzahlen von Ford im Jahresvergleich um 11% eingebrochen, die von General Motors um 25% und die Toyotas um 34%. Der annualisierte Autoabsatz belief sich auf 11,5 Millionen Stück. Das ist die niedrigste Zahl seit 28 Jahren.
Auch aus dem Einzelhandel kommen sehr bedenkliche Meldungen. Billiganbieter wie Wal-Mart, bei denen die unerlässlichen Lebensnotwendigkeiten gekauft werden, haben weiterhin guten Zulauf. Aber höherwertige Güter wie beispielsweise Modeartikel erleben den scheppendsten Absatz seit fünf Jahren. Außerdem ist die Anzahl der Konsumenten, die ihre finanzielle Lage als schlecht bezeichnen, auf den höchsten Stand der vergangenen sechs Monate gestiegen.
Ein Aufschwung sieht wahrlich anders aus.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von J Clauß (20.09. 2010 08:56 Uhr):
Jede Lüge kann nur SO lange aufrecht erhalten werden, wie die Kraft und das Geld dazu reichen... Wir wissen in Wahrheit ganz genau, wohin das führen wird.. Bleibt nur zu hoffen, das der "Alltagsbürger" so langsam aber sicher erwacht... (was ICH aber wiederum nicht glaube, weil die Bürger schon IMMER geschlafen haben und erst auf der Straße mitten im Kugelhagel des Krieges aufgewacht sind.. Doch dann ist es eben wie immer zu spät... JGC
Antworten - Kommentar von Brita Huhnstock (20.09. 2010 15:49 Uhr):
Trifft alles zu.Ich lebe in den USA und stelle genau das fest. Läden wie ALDI und Walmart sind insofern besucht, dass nur noch gekauft wird, was an Lebensmitteln gebraucht. Die rieisgen Walmart Filialen sind mäßig besucht, man bekommt wieder Parkplätze. Ebenso bei ALDI. In den Baumärkten ist man fast allein als Kunde. Die Amerikaner sparen in der Tat, fehlt ihnen auch inzwischen das Geld für Konsum. Die großen Malls sind leer, zumindest hier im Süden. Immobilien lassen sich so gut wie nicht mehr verkaufen. Selbst die Reastaurants, die immer gut besucht waren haben Probleme. Man kann die Autos inzwischen zählen die davor parken.
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