US-Touristen geht es richtig gut
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 02. März 2006 16:00 Uhr
ENL5454
Vielleicht machen Sie es wie ich und geben Ihre Ersparnisse in der Freizeit für Reisen aus. Reisen ist einfach ein Zeichen für Wohlstand.
Bisher habe ich 70 Länder besucht und in vielen davon Vorträge gehalten. Ich kenne nur einen Menschen, der mehr Länder bereist hat. Das ist Doug Casey. Er sagt, er war in 150 Ländern.
In den 60er Jahren war ich oft in Lateinamerika. Jedes Mal, wenn ich in ein anderes Land in Zentral- oder Südamerika reisen musste, musste ich vorher in langen Warteschlagen vor verschiedenen Botschaften und Konsulaten warten um ein Visum zu bekommen. Das dauerte manchmal den ganzen Tag. Ein Reisepass war nicht genug.
In 130 Länder nur mit dem Reisepass
"Was für eine Zeitverschwendung!" dachte ich damals oft wenn ich mit den endlosen Fragen der ausländischen Bürokraten zu tun hatte. Die hatten nämlich nichts anderes zu tun, als dumme Fragen zu stellen und Dokumente abzustempeln.
Heute können US-Bürger fast überall auf der Welt hinreisen und brauchen dafür nur einen Reisepass. Das ist wirklich eine bemerkenswerte Verbesserung. Die Vertreter unserer Regierung in den einzelnen Botschaften haben damit wirklich viel geleistet.
Die USA liegen ganz vorne ...
Nach Angaben des Economist liegen die USA heute ganz vorne bei der Zahl der Länder, in die US-Bürger ohne Visa reisen können. Es sind insgesamt 130. Die Grafik stammt aus dem Economist vom 11. Februar.
Was für ein bemerkenswerter Erfolg! In der Reisefreiheit ganz vorne zu liegen hat seinen Wert. Diese Freizügigkeit ist um so erstaunlicher, weil die USA bei Ausländern teilweise ganz strenge Einreisebestimmungen haben.
Um so eine heiß begehrte Einreiseerlaubnis zu bekommen, braucht man viel Zeit, Geduld und Geld. Das gleiche gilt für eine Green Card, mit der Ausländer legal in den Staaten arbeiten dürfen. Als ich in den 80er Jahren auf den Bahamas lebte, wurde ich von verschiedenen Aussiedlern immer wieder ermutigt, doch meine US-Staatsbürgerschaft aufzugeben und stattdessen auf der Insel steuerfrei zu leben.
Das haben einige wohlhabende Amerikaner getan. Aber als ich mir dann immer wieder die langen Warteschlangen und das Theater ansah, dass Ausländer haben, die in die Staaten wollen, gab ich entsprechende Pläne schnell auf.
Ausländer geben viel Geld dafür aus und schreiben Bittbriefe um in die USA zu kommen. Warum sollte ich deshalb freiwillig meine Staatsbürgerschaft aufgeben? Ich kenne sogar Ausländer, die eine Green Card haben aber nicht in den USA leben. Sie zahlen lieber freiwillig US-Steuern bevor sie die Green Card hergeben.
Wer gibt schon freiwillig seine US-Staatsbürgerschaft auf?
Nächsten Monat sehen Alex Green und ich uns einige Anlagealternativen in China und Hongkong an. China ist eines der wenigen Länder, für das ich nach wie vor ein Visum brauche. Offen gesagt, beim regen Import der USA von billigen chinesischen Gütern, würde es mich nicht überraschen, wenn US-Bürger schon in wenigen Jahren ohne Visum auch nach China reisen könnten.
Sehen Sie sich einmal die Situation in China an. Wenn Sie Chinese sind, brauchen Sie fast für jedes Land ein Visum und einen Reisepass. Sogar den Chinesen, die in Hongkong leben, geht es besser.
Ich habe meinen Reisepass immer dabei. Ich möchte jederzeit die Freiheit haben, dahin zu reisen, wohin ich will. Mein Motto ist: Legen Sie Ihr Geld im Ausland an und fahren Sie weg. Dadurch werden Sie ein besserer Investor und als Mensch toleranter.