US-Sojabohnen weiterhin stark nachgefragt
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 4. Mai 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
nachdem der Juli-Kontrakt auf Sojabohnen heute ein 7-Monats-Hoch bei 11,27 US-Dollar pro Scheffel erreicht hat, ist es an der Zeit einmal wieder ein zwischenzeitliches Resümee zu ziehen. Als eifriger Leser wissen Sie, dass ich unter den Getreidesorten in dieser Saison vor allem die Sojabohnen favorisiere. Bereits im Oktober letzten Jahres habe ich von den schwachen Angebotsaussichten berichtet und meiner Meinung Ausdruck verliehen, dass ich für Sojabohnen durchaus stärkeres Erholungspotenzial sehe.
Im Januar schrieb ich dann noch einmal:" Wir sehen, dass die USDA in ihrem aktuellen Bericht ihre Prognose für die Restlagerbestände im Erntejahr 08/09 leicht erhöht hat auf 225 Milliarden Scheffel. Zudem geht die USDA davon aus, dass sich die gesamten weltweiten Restlagerbestände im Erntejahr 08/09 um 1 Million Tonnen auf 54 Millionen Tonnen erhöhen.
Dies könnte allerdings eine sehr optimistische Schätzung sein im Angesicht der anhaltenden Dürre in den Anbauregionen Südamerikas und dem nach wie vor bestehenden Trend Ackerfläche mit im Anbau günstigeren Getreidesorten zu bepflanzen zuungunsten von Sojabohnen."
Offensichtlich lag ich mit meiner Einschätzung, dass die damalige Prognose der USDA durchaus zu optimistisch gedacht war, ganz richtig.
Denn mittlerweile hat die USDA ihre Prognosen deutlich revidiert.
Sehen wir uns zunächst die aktuelle Marktstatistik an:
| U.S. Sojabohnen Markt Statistik (in Milliarden Scheffel) | |||||||||
| Ende des Erntejahres 31.August | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| Produktion | 2.89 | 2.76 | 2.45 | 3.12 | 3.06 | 3.20 | 2.68e | 2.96e | 3.24e |
| Gesamtverbrauch | 2.93 | 2.79 | 2.52 | 2.99 | 2.87 | 3.08 | 3.06e | 3.01e | 3.07e |
| Endbestände | .208 | .178 | .112 | .256 | .449 | .574 | .205e | .165e | .380e |
| Stocks to Use ratio | .07 | .06 | .04 | .09 | .16 | .19 | .07e | .05e | .12e |
Am 9. April hat die USDA ihre Endbestandsprognose für 2008/09 von 185 Millionen Scheffel auf 165 Millionen Scheffel gesenkt. Eine enorme Differenz zur Endbestandsprognose des vergangenen Jahres bei 205 Millionen Scheffel.
Daraus ergibt sich eine extrem niedrige stocks to use ratio von 5%, was weiterhin auf ein äußerst enges Angebotsverhältnis hindeutet.
Für die weltweiten Endbestände prognostiziert die USDA nun nur noch einen Bestand von 46 Millionen Tonnen. Das entspricht rund 20% des jährlichen weltweiten Verbrauchs. Zuvor hatte die USDA noch weltweite Endbestände in Höhe von 53 Millionen Tonnen prognostiziert. Doch die bereits erwähnte südamerikanische Dürre hat ihr Übriges getan. Die USDA schätzt nun, dass die brasilianische und argentinische Sojabohnen-Ernte in diesem Jahr um rund 10% geringer ausfallen dürfte als im Vorjahr.
Nachfrage nach US-Sojabohnen aus Übersee bleibt hoch
Auf der einen Seite sehen wir die Ernteausfälle in Südamerika, auf der anderen Seite sehen wir eine nach wie vor standhafte Nachfrage, vor allem aus China.
Die USDA prognostiziert aktuell ein Exportwachstum von 4%. Doch im Zeitraum vom 1. September 2008 bis zum 23. April 2009 haben US-Exporteure bereits 31,79 Millionen Tonnen (oder 1,17 Milliarden Scheffel) an Sojabohnen exportiert. Das entspricht einem Plus von 10% gegenüber dem Vorjahr.
Und das im Angesicht solch niedriger Lagerbestände...eigentlich können die USA es sich also gar nicht leisten noch mehr Sojabohnen ins Ausland zu verschippern. Doch wie immer bleibt es am Ende eine Frage des Preises.
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