US-Schuldengrenze: Es wird wohl eine Einigung auf den letzten Drücker
Cindy Bach in Insider Daily
vom 29. Juli 2011, 14:30 Uhr
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Die Politakteure in den USA können sich einfach nicht einigen. Obwohl für die Wirtschaftsnation Nummer eins und damit für die Weltwirtschaft insgesamt so viel auf dem Spiel steht, konnten Republikaner und Demokraten bezüglich der Heraufsetzung der Schuldenobergrenze auch vier Tage vor der "Deadline" kein Übereinkommen finden. Selbst innerhalb der einzelnen Lager sind die Ansichten gespalten.
Gestern Abend mussten die Republikaner eine Abstimmung über die Erhöhung des Schuldenlimits im Abgeordnetenhaus vertagen. Grund war ein interner Streit zwischen den Gemäßigten und den Radikalen im Lager der Opposition. Dadurch wird die Suche nach einer Einigung zusätzlich erschwert.
Präsident Barack Obama hatte bereits ein Veto gegen das Gesetz angekündigt. Er sieht in einer "Kurzschlussreaktion" keine nachhaltige Lösung für das Finanzdilemma seines Landes. Er geht sogar davon aus, dass selbst bei einer Erhöhung in diesem Jahr, spätestens in 2012 die nächste Anhebung fällig wird. Das zeigt, wie dramatisch er die Lage einschätzt. Und 2012 ist wieder Superwahljahr in den USA. Und Obama will eine solche Diskussion im Wahljahr natürlich vermeiden.
Gespielte Zuversicht - US-Banken läuten Alarmglocken
Trotz der anhaltenden Uneinigkeit zeigt sich das Weiße Haus weiterhin zuversichtlich, dass es in letzter Minute doch noch einen "Deal" geben könnte. "Wir bleiben weiter optimistisch, dass der Kongress zur Vernunft kommt, dass kühlere Köpfe die Oberhand gewinnen und dass sich ein Kompromiss durchsetzen wird", meinte Regierungssprecher Jay Carney. Trotz des vehement nach außen getragenen Optimismus, sieht es vor dem Wochenende sogar nicht danach aus, als ob Washington zu einer Einigung kommen kann.
Das scheinen auch die Führungskräfte von Großbanken und führenden Konzernen der Vereinigten Staaten so zu sehen. Doch sie halten nicht still, sondern läuten in einem offiziellen Schreiben an Obama nochmals alle Alarmglocken: "Die Folgen der Tatenlosigkeit wären gravierend - für unsere Wirtschaft, für unseren ohnehin schwächelnden Arbeitsmarkt, für die finanziellen Verhältnisse unserer Firmen und Familien und für Amerikas wirtschaftliche Führungsrolle in der Welt", schrieben die Chefs von Goldman Sachs, JPMorgan Chase, der Citigroup, der Bank of America und von zehn weiteren amerikanische Finanzkonzernen.
Die Uhr tickt und die Angst wächst: Das spiegelt heute auch der Aktienmarkt wider, wenngleich die Verluste bei DAX & Co. sich noch in Grenzen halten: Der deutsche Leitindex verliert bis zum frühen Nachmittag 1% auf 7.114 Punkte. Trotz des abermaligen Scheiterns gestern, scheinen die Börsenakteure hierzulande wohl von einer Einigung in letzter Minute auszugehen.