US-Regierung bald “außer Betrieb“?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 1. März 2011, 20:00 Uhr
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Das klingt zwar dramatisch, wäre allerdings nicht das erste Mal in der Geschichte der USA. Die letzten beiden Male war eine US-Regierung 1995 und 1996 aufgrund von Budget-Differenzen mit dem Kongress zahlungsunfähig. Und auch damals war es die demokratisch geführte Regierung unter Präsident Bill Clinton, der sich dem republikanisch geführten Kongress beugen musste.
Was beim letzten Mal geschah, als im Weißen Haus das Licht ausging
Mitte November 1995 führte die erste Zahlungsunfähigkeit der Clinton-Regierung zu einem Zwangsurlaub für rund 800.000 Regierungsangestellte. Beim zweiten Mal, als die US-Bundesregierung kurzfristig dicht machen musste, von Dezember 1995 bis Januar 1996, wurden rund 284.000 Angestellte zwangsweise beurlaubt. Die National Institutes of Health akzeptierten keine neuen Patienten mehr, die nationale Seuchenkontrolle stoppte ihre Arbeit, 609 Giftmüllanlagen stellten ihre Arbeit ein, Museen, Denkmäler und 368 nationale Parkanlagen wurden geschlossen und rund 200.000 Passanträge wurden nicht mehr bearbeitet.
Was diesmal noch hinzukommen könnte
Unterbrechungen könnte es auch bei der Erteilung von Export- und Importlizenzen geben, bei der Auszahlung von Leistungen für Veteranen und bei der Bearbeitung von Sozialhilfe-Anträgen. Zudem würde die diesjährige Außerbetriebnahme der US-Bundesregierung in eine Zeit fallen, in der die Steuererklärungen bearbeitet werden, was wohl dazu führen würde, dass eine ganze Reihe Amerikaner erstmal keine Steuerrückerstattung bekämen. Oh oh, und das wo doch die Konsumausgaben gerade schon wieder schwächeln.
Insgesamt dürften diesmal bis zu 4,4 Millionen Regierungsangestellte in Zwangsurlaub geschickt werden, von den oben genannten Bereichen, bis hin zu Flugverkehrsüberwachung.
So also könnte es ab Ende der Woche wieder aussehen in den USA, wenn die Bundesregierung vom Kongress tatsächlich zwischenzeitlich abgeschaltet wird. Die Analysten von Goldman Sachs gehen im Übrigen davon aus, dass auch dies das US-amerikanische BIP an Wachstum kosten wird und zwar rund 0,8 Prozentpunkte pro Quartal. Nicht gerade wenig für eine Wirtschaft, die sich doch gerade erst wieder berappelt hat.
So long liebe Leser...na dann hoffen wir mal, dass die Häuptlinge in Übersee...ja, was eigentlich?...irgendwie den richtigen Weg finden werden, aber das klingt ja fast schon wieder zu pathetisch...also mal schauen, was wohl in dieser Woche noch passiert in den USA...ich bleibe jedenfalls gespannt....bis morgen und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Claudio Grass (01.03. 2011 22:35 Uhr):
Hallo Frau Kraus An gewissen Tagen muss ich von Herzen schmunzeln, wenn ich Ihre Berichte lese.... und ich habe diese mittlerweile schätzen gelernt. Danke und Gruss Claudio Grass
Antworten - Kommentar von Horst Inthaler (02.03. 2011 11:50 Uhr):
Hallo Frau Kraus, Ihre Amerikaartikel sind wirklich gut und inforrmativ, habe viele Freunde in den USA, es gibt auch dort noch vernüftige Menschen, die Ihre Aussagen bestätigen. Bitte schreiben Sie weiter so ausgezeichnet, alles Gute H:I:
Antworten - Kommentar von klaus Morian (02.03. 2011 12:24 Uhr):
"Das Problem ist nur, dass die US-Wirtschaft eigentlich noch gar nicht bereit ist für ein Sparprogramm." Wann ist denn überhaupt eine Regierung bereit für ein Sparprogramm, dass diesen Namen verdient ? Ich schlage vor, dem US-Kongress den Saft abzudrehen.
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