US-Öl - Neue Kursrange
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 13. September 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
auf die Silber-Analyse am letzten Freitag habe ich einen Leser-Kommentar erhalten, den ich hier gerne ergänzend zu der Analyse wiedergeben möchte:
Starker US-Dollar setzt Rohstoffe unter Druck
"Ins Bild passt, dass der Euro charttechnich angeschlagen ist und deutlich unter der Unterstützung von ca. 1,40 liegt. Hier droht ein sell off, der auch durchaus verständlich ist. In den nächsten Tagen erwarte ich weiter Verwerfungen in Griechenland.
Nunmehr bleiben nur der USD und Yen a´ls Fluchtwährung.. D. h. der Dollar wird stärker werden, dies wird wahrscheinlich die Rohstoffe unter Druck setzen. Gewinnmitnahmen drohen dann auch bei Edelmetallen. Der USD kann auf 1,20/1,30 je Euro ansteigen. Die Edelmetalle sind sowieso volatiler geworden. Also wenn Silber mal auf 36 fällt um dann wieder auf 42 zu steigen, kann man dies noch als nätürliche Schwankung interpretieren.
Vorwiegend als Industriemetall genutzt, ist Silber wie die anderen Rohstoffe anfällig für Wechselkursschwankungen und Veränderungen der indust. Indikatoren. ..."
Ich kann dem zu 100% zustimmen, auch wenn ich den USD in diesem Zusammenhang nicht als Fluchtwährung (als Flucht in den USD) bezeichnen würde (es findet ja eher eine Flucht aus dem Dollar in andere Währungen statt).
Vor allem die kausalen Zusammenhänge sind plausibel. Das zeigt sich auch im folgenden Chart. Während die Goldnotierung in Euro (blauer Verlauf) zuletzt noch ein neues Hoch erreichte, gab die Notierung in Dollar (graue Linie) deutlich nach.
(Quelle: CFX-Broker) Gold in EUR (blau) vs. Gold in USD (grau)
Und das eine geringere industrielle Tätigkeit die Nachfrage nach Silber belastet, gilt auch für Öl.
Opec rechnet mit deutlich geringerer Ölnachfrage
Passend dazu rechnet die Organisation erdölexportierender Länder Opec in ihrem Monatsbericht für September wegen der schleppenden Weltwirtschaft mit einer geringeren Ölnachfrage. Demnach werde die Ölnachfrage 2012 um 1,27 Millionen Barrel (159 Liter) am Tag anziehen und somit 40.000 Barrel weniger als bislang veranschlagt. Und sollte die US-Wirtschaft nicht anziehen, könne das Wachstum um weitere 200.000 Barrel pro Tag geringer ausfallen.
Kursziel erreicht
Bereits am 29. Juni gab ich für das US-Öl ein konkretes Kursziel aus, welches ich an den Fibonacci-Marken festmachte und an der 38,2%-Marke bei ca. 83 USD sah. Erreicht werden sollte zudem die untere Begrenzung eines (schwarzen) Aufwärtstrendkanals. Idealerweise sollte das Ziel genau dann erreicht werden, wenn sich die beiden Marken kreuzen (also Aufwärtstrend mit 38,2%-Fibonacci-Retracement. Werfen wir also einen Blick auf den dazu passenden Chart.
(Quelle: CFX-Broker) US-Öl, Candlestick-Chart, Wochenkerzen
Wie man im Chart sehen kann, prallte der Ölpreis exakt an der oberen Begrenzung des schwarzen Trendkanals ab und fiel daraufhin dynamisch aus dem blauen bzw. orangen Trendkanal heraus. In der Folge erreichte der Kurs (ebenfalls recht genau) das untere Ende des schwarzen Trendkanals und damit das Kursziel, wenn auch etwas früher als gedacht.
Neue Kursrange
Der schwarze Trendkanal bildet damit die aktuelle Kursrange, in der sich der Ölpreis nun einige Zeit aufhalten dürfte. Die schwächelnde Wirtschaft und die damit verbundene rückläufige Nachfrage spricht dann für weiter fallende Notierungen.