US Nullrunde
Andres Schnappberger in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 09. August 2006 08:30 Uhr
ENL5454
Keine Zinssenkung in den USA
Wie erwartet hat gestern die US Notenbank FED die Leitzinsen unverändert gelassen. Die Begründung lag hierbei in der leicht gestiegenen Arbeitslosigkeit und einem kleinen Rückgang des US Wirtschaftswachstums. Alles in allem also für Trader keine Überraschung. Wohl aber für einige Journalisten, die bereits am Sonntag schon von einer US Zinssenkung gesprochen haben. Da wurde, gerade in der jetzigen Wirtschaftssituation wohl einiges durcheinander gebracht. Völlig klar ist aber, dass natürlich zur nächsten Sitzung die Spekulationen wieder hochkommen werden und die Story von neuem gespielt wird. Auf was soll man sich auch stürzen?Interessanter wird da schon die weitere Entwicklung des Ölpreises.
Öl bleibt Highflyer
Der anhaltende hohe Ölpreis wird uns wohl erhalten bleiben wobei die Tendenz ganz klar weiter nach oben läuft. Neben den bekannten Krisenherden wurde ja wie Sie wissen zuerst einmal das größte US Ölfeld in Alaska betrieben von British Petroleum fürs erste geschlossen. Der Grund hierfür verrostete Förderrohre. Obwohl man kein Ölförderfachmann ist und einem Trader natürlich die jeweiligen Techniken nicht bekannt sind, hat man aber als Außenstehender, dass eine Fördereinstellung aufgrund verrosteter Rohre schon ziemlich unprofessionell ist. Gerade solchen weltweiten Konzernen darf so etwas nicht passieren. Gerne jeder andere Grund aber nicht verrostete Rohre. Haben die Fachleute hier geschlafen oder muss man das Ganze unter die Folgen des Schmetterlingseffektes einreihen. Auch Murphys Law lässt mal wieder grüßen. Anyway, neben dieser Schote gibt es ja genügend Gründe für weiter steigende Ölnotierungen. Die magische 80 USD Marke dürfte daher nur noch wenige Handelsstunden entfernt sein wobei es hier auch spannend wird, wie viele Stopp Loss Orders dann über 80 USD ausgelöst werden.
Wochenchart: Öl mit Angriff auf die magische USD 80 Marke.
Euro kann sich nicht halten
Die noch starken Aussichten des Euros gegen den Rest der Welt konnten auch zur Wochenmitte nicht gehalten werden. Ging man aufgrund der überraschend schwachen US Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag noch davon aus, dass jetzt die 1.30 in EUR/USD in Angriff genommen wird, musste man erkennen, dass die Widerstände bis 1.2910 noch zu stark waren. Ein Rückzug unter 1.2800 war dann auch heute Nacht in der Asiensession die Folge. Dieser Punkt wird nun übrigens etwas kritisch. Ein Abrutschen unter 1.2740 könnte den Dollar dann wieder zu neuen Ehren bringen. Hin oder her schlechter Arbeitsmarktdaten oder schwächelnder US Konjunktur. Wie sooft heißt es dann beim Dollar „ totgesagte leben länger“.
Altes US Problem bleibt bestehen
Wie gesagt, kann sich der Dollar gegen die übrigen Währungen wieder etwas behaupten, doch die Frage ist, wie lange noch? Das Hauptproblem, das im Moment noch nicht richtig beachtet wird ist das „ Leben auf Pump“. Auch im Juni haben sich die US Konsumentenkredite stark und auch unerwartet ausgeweitet. Als Zahle beachten Sie hier den satten Wert von USD 10,3 Mrd. Hier muss man aufpassen, denn es wäre nicht das erste mal, dass sich durch die Überschuldung der privaten Haushalte in den USA eine Finanzkrise anbahnt. Das zusammen noch mit einer leichten Tendenz, dass sich sukzessive die Schuldzinsen auch in den USA erhöhen. Diese Spirale ist nicht mehr weit entfernt. Die Folgen sind uns allen klar aber wie auch oben schon erwähnt für die US Konjunktur oder auch den Dollar kann es jederzeit wieder heißen „ totgesagte leben länger“.
