US-Notenbanksitzung
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 10. August 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
gestern ging wohl mit meinem zweiten Beitrag etwas schief. Ich bitte dies zu entschuldigen. Heute ist die tägliche DAX-Analyse selbstverständlich wieder vertreten.
Die deutschen Exporte sind im Juni im Vergleich zum Vormonat um 3,8% gestiegen, während lediglich ein Anstieg von 1,3% erwartet wurde. Eine äußerst positive Entwicklung für ein Land, dessen Wirtschaftsleistung wie kaum ein anderes von Exporten abhängig ist. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprüht vor Optimismus und erwatet, dass die deutschen Exporte auch im kommenden Jahr weiter kräftig wachsen. Nach einem Plus von mindestens 11 Prozent im Jahr 2010 sollen die Ausfuhren 2011 um rund 8 Prozent zulegen. Damit rücke der Rekordwert von 984 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008 wieder "in greifbare Nähe", sagte DIHK-Außenwirtschafts-Chef Axel Nitschke. Das kann uns allen nur Recht sein, denke ich. Man mag sich allerdings fragen, ob dieser Optimismus angesichts einer abkühlenden Konjunktur in den wichtigsten Abnehmerländern USA und China seine volle Berechtigung hat oder nicht eher Folge einer linearen Denkweise ist (es ging bisher aufwärts, also geht es immer weiter aufwärts).
Genau wegen dieser wachsenden Sorge über die konjunkturellen Aussichten erhofft sich der Markt heute im Zuge der Sitzung des Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank weitere Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft. Die bisherigen Maßnahmen blieben am Arbeitsmarkt und bei den kleineren Unternehmen nahezu wirkungslos, bei Konsum und Immobilien hinterließen sie nur ein kurzes Strohfeuer – und einen riesigen Schuldenberg. Ich bin gespannt, welches „Ass“ Fed-Chef Bernanke – ein erklärter Deflations-Gegner übrigens – heute aus dem Ärmel zieht. Die Wiederanlage der Mittel aus fällig gewordenen Papieren aus dem Portfolio der Notenbank ist im Gespräch. Umfangreichere expansive Maßnahmen halten die meisten Beobachter hingegen für unwahrscheinlich. Ihren Leitzins dürfte die Fed weiterhin bei 0% bis 0,25% belassen und auf eine baldige geldpolitische Wende verzichten. Ob das reicht?
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