Jochen Steffens in Investors Daily
vom
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auf 384.000 zurückgegangen. Erwartet werden 385.000 bis 390.000 neue Erstanträge nach zuvor 388.000 (revidiert von 382.000). Auch hier etwas besser als erwartete Zahlen, aber unrevidiert auf Niveau des Vormonats. Wie gesagt, im vierten Quartal neigt der Arbeitsmarkt sich aufgrund des Weihnachtsgeschäftes zu verbessern. Freudenhüpfer sind also noch nicht angezeigt, aber immerhin hält sich der Wert nun unterhalb der kritischen 400.000er Marke.
Die Industrieproduktion ist um 0,4 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 bis 0,5 % nach zuvor –0,1 % (revidiert von +0,1 %). Ein leichter Anstieg, nachdem der Wert im August auf Minus revidiert wurde. Ansonsten wenig aussagekräftig und im unteren Bereich der Erwartungen.
Die Kapazitätsauslastung liegt weiter bei 74,7 %. Erwartet wurde die Auslastung bei 74,8 bis 74,9 % nach zuvor 74,5 % (revidiert von 74,6 %). Immer noch dümpelt die Auslastung auf niedrigem Niveau und will nicht so recht zulegen.
Die Lagerbestände haben trotz der geringeren Konsumbereitschaft zum Schluss des letzten Monats noch nicht reagiert. Sie gingen sogar um 0,4 % zurück, erwartet wurde lediglich ein Rückgang von 0,2 %.
Der Verbraucherpreisindex ist um 0,3 % gestiegen. Erwartet wurde ein Preisanstieg um 0,2 % nach zuvor 0,3 %. Die Kernrate ist erwartungsgemäß um 0,1 % gestiegen nach bereits zuvor +0,1 %. Wieder ein Anstieg. Hier zeichnet sich also eine kleine beginnende inflationäre Tendenz ab. Aber alles andere würde auch verwundern.
Jaja, wenn schon die harten Wirtschaftsdaten keinen rechten Optimismus zeigen wollen, dann wenigstens die Umfragewerte. Der Phil Fed ist eine schriftliche Befragung von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im Distrikt der Federal Reserve Bank of Philadelphia zu der gegenwärtigen Entwicklungen der und den zukünftigen Erwartungen (6 Monate) über die wirtschaftliche Lage der US-amerikanischen Volkswirtschaft.
Der Philadelphia Fed Indices für Oktober 2003 notiert aktuell bei 28,0 (!). Erwartet wurde der Index bei 15,6 bis 23,0 nach zuvor 14,6.
Die Zahlen von heute:
Sehr genau beobachte ich die Baubeginne und Baugenehmigungen. Im Moment eher die Baugenehmigungen. Denn sie gehen, vom Markt kaum beobachtet langsam zurück. Da man meistens erst eine Genehmigung einholt, bevor man zu bauen beginnt, zeigen diese etwas früher eine Tendenz an. Natürlich bei weitem noch nicht aussagekräftig genug. Die Zahl der Baugenehmigungen liegt bei 1,860 Mio. Erwartet wurden 1,800 bis 1,835 Mio. Genehmigungen nach zuletzt 1,901 Mio. (revidiert von 1,886). Zwar über den Erwartungen, aber wie gesagt ein leichter Rückgang. Hier heißt es weiter beobachten.
Die Zahl der Baubeginne liegt bei 1,888 Mio. Erwartet wurden 1,810 bis 1,850 Mio. Baubeginne nach zuvor 1,826 Mio. (revidiert von 1,820) und ist damit weiter ansteigend.
Also im Moment noch kein wirkliches Warnzeichen für den amerikanischen Bausektor.
Und zum Schluss: Der Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan notiert bei 89,4. Erwartet wurde der Index bei 88,0 bis 88,2 nach zuvor 87,7. Die Verbraucherstimmung kann sich immer noch nicht maßgeblich verbessern. Kein Wunder bei der Arbeitsmarktsituation. Erst wenn sich der Arbeitsmarkt deutlich verbessern kann, werden die Verbraucherindizes nachhaltig zulegen. So reagierten die Märkte auch eher negativ auf diese Zahl, obwohl sie die Erwartungen übertroffen hatte.