US-Konjunkturpaket verbessert Stimmung: JPY leicht schwächer
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 10. Dezember 2008, 11:00 Uhr
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Liebe Leser,
es ist schon fantastisch: ich möchte es eigentlich ungern die Obama-Magic nennen, obwohl der im Januar zu vereidigende US-Präsident mit seinem Interview am vergangenen Wochenende einiges dazu beigetragen hat.
Hoffnung, das ist es was der Markt jetzt braucht. Und Obama vermag es offenbar diese Hoffnung zu geben. Die kleine Rallye der letzten Tage zeigt erstaunliches: der Markt wertet sogar negative Wirtschaftsdaten als relativ positiv, da sie die Chance auf weitere Konjunkturprogramme erhöhen.
Ja, Konjunkturprogramme - das ist ganz sicher das neue starke Wort. Und obwohl wir noch nirgends tatsächliche Auswirkungen der Stimulierungspakete auf die Realwirtschaft gesehen haben, schenkt der Markt Vertrauen in die Wirksamkeit der immensen Konjunkturpakete. Insbesondere in Obama scheint der Markt großes Vertrauen zu hegen.
Nachfrage nach US-Treasuries weiterhin hoch
USD handelt weiterhin schwächer. Ein Zeichen dafür, dass die Möglichkeit für eine Rückkehr des Risikoappetits besteht. Doch vorschnell sollte man jetzt nicht sein, denn die Nachfrage nach US-Treasuries ist weiterhin sehr hoch. Zum ersten Mal seit 1940 waren die 3m t-bills yields sogar negativ. Wenn das US-Finanzministerium Kredit sogar zu 0%" aufnehmen kann, sollte man vorsichtig bleiben. Denn es bedeutet, dass der USD wohl seinen Reserve Status noch nicht verloren hat. Auch das Deleveraging im Finanzsektor ist noch nicht zu Ende. Alles Anzeichen die zunächst einmal nicht USD-negativ zu werten sind.
Andererseits zeigt die gegenwärtig Entwicklung in meinen Augen ein interessantes Zukunftsszenario auf. Wenn die Risikoaversion endlich wieder ein normales Level erreicht, was ich allerdings erst im 2.Quartal 2009 erwarte, dürfte der Markt den Fokus deutlich stärker auf die hohen US-Schulden richten, was schließlich USD-negativ zu werten wäre.
EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1,2934. Nachdem die 1,28 als Unterstützungsmarke gehalten hat könnte EUR/USD zunächst in einer Range zwischen 1,2865 und 1,2990 handeln.
JPY notiert leicht schwächer
Auch das Yen-Stimmungsbaromter bildet gegenwärtig die leicht verbesserte Stimmung ab. Di Konjunkturpakete, die das Sentiment positiv verbessern konnte sind eine Seite. JPY geriet zudem unter Druck nachdem der Vorsitzende der Bank of Japan erklärt hatte, die Notenbank habe durchaus die Option zu intervenieren um abrupt starke Bewegungen in der Währung aufzufangen.
USD/JPY notiert gegenwärtig bei 92,54. Trotz des gegenwärtig verbesserten Sentiments geh eich davon aus, dass JPY kurzfristig durchaus noch Kaufpotenzial hat. JPY dürfte erst mittelfristig bei deutlich wiederkehrendem Risikoappetit und stabilen Aktienmärkten Schwäche zeigen.