US-Konjunktureinbruch
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 26. August 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
das zweigeteilte konjunkturelle Bild zwischen Europa und den USA setzt sich weiter fort. Der ifo-Index aus Deutschland stieg im Juli entgegen den Erwartungen nochmals leicht auf 106,7 Punkte, nachdem er im Vormonat bei 106,2 gelegen hatte (Erwartung: Rückgang auf 106,0 Punkte). DAX Daily-Leser wissen allerdings, dass dieser Index ungefähr auf dem aktuellen Niveau einen zyklischen Hochpunkt ausbilden wird und seinem amerikanischen Bruder ISM bald auf dem langen Weg nach unten folgen dürfte (aber das ist noch Zukunftsmusik). Aktuell sind die Daten durchaus noch sehr positiv und geben Anlass zur Freude.
Ebenso wie das GfK-Konsumklima für September, welches aktuell hereinkommt. Es steigt leicht auf 4,1 Punkte (Prognose: 4,0 Punkte). Der Vormonatswert wurde von 3,9 auf 4,0 Punkte nach oben revidiert. Und jetzt im Gegensatz dazu die amerikanischen Daten vom gestrigen Tag:
Die US-Neubauverkäufe brachen im Juli um 12,4% auf desaströse 276.000 Einheiten ein (Erwartung: 333.000), was ein Rekordtief seit Beginn der Datenaufzeichnung 1963 (!) darstellt. Zudem wurden die Zahlen des Vormonats massiv nach unten korrigiert. Der FHFA-Hauspreisindex zeigte daneben einen neuerlichen Preisrückgang um 0,3% an. Selbst niedrigere Preise vermögen also keine Käufer mehr anzulocken, der Markt ist nach dem Wegfall der Steueranreize gesättigt.
Auch die US-Auftragseingänge enttäuschten schwer: Sie stiegen im Juli lediglich um 0,3%, obwohl +2,8% zum Vormonat erwartet wurden. Die Kerndaten ex-Transport sahen noch schlimmer aus und brachen um 3,8% ein. Dass allerdings auch in Europa nicht alles bestens ist, zeigt die Bonitätsabstufung Irlands auf "AA-" von "AA" durch Standard & Poor's. Schwerer wiegt jedoch der Umstand, dass der amerikanische Konjunktureinbruch spätestens in einigen Monaten auch Europa hart treffen wird. Dort werden wir ähnliche Rückgänge bei den Wachstumsdaten wie in den USA sehen, so wie es in der Geschichte bisher immer war. Zumindest ist das meine Prognose. Und ich würde mich sicher nicht so weit aus dem Fenster lehnen, wenn ich nicht absolut von diesem Szenario überzeugt wäre. Zeit, Ihr Depot „winterfest" zu machen. Vielleicht schauen Sie mal in meinem Börsendienst DAX Profits vorbei, bevor es zu spät ist?
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