US-Konjunkturdaten weisen auf mögliches Ende der Rallye hin
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 12. September 2003 18:00 Uhr
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Die Rallye ist vorbei? Zumindest, wenn man sich die heutigen US-Konjunkturdaten anschaut. Die US-Konjunkturdaten verschlechtern sich wieder, von einer Erholung kann keine Rede sein. Sollten sich die Daten nicht bald doch noch verbessern, haben wir einen heißen Herbst vor uns – mit größeren Kursverlusten. Seien Sie vorsichtig.
Zunächst wurden um 14.30 Uhr die US-Einzelhandelsumsätzen veröffentlicht. Trotz bessere Prognosen der US-Konsumfirmen sind die Einzelhandelsumsätze im August nur um 0,6 % angestiegen. Erwartet wurde jedoch ein Anstieg von 1,5 % bis 1,8 %, nach 1,3 % zuvor. Das sieht nicht gut aus. Es weist sogar darauf hin, dass es im September noch wesentlich schlimmer werden könnte.
Ohne Autoverkäufe und Benzin stieg der Umsatz um 0,4 %. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,7 %. Von einem nachhaltigen Konsumanstieg kann demnach immer noch keine Rede sein! Das passt zu den Daten vom Arbeitsmarkt.
So richtig schlecht waren aber die Zahlen zum Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan für September 2003.
Der Verbraucherstimmungsindex sank auf 88,2 Punkte (!). Erwartet wurde der Index bei 90,4 bis 91,0 nach zuvor 89,3 Punkten. Was erwarten denn auch die Analysten? Angesichts der wirklich schlechten Nachrichten vom Arbeitsmarkt und steigenden Zinsen, sind diese Zahlen doch keine Überraschung mehr. Ich sehe mich immer mehr in meiner Einschätzungen bestätigt. Alan Greenspan ist im Wettlauf mit der Konjunktur gerade stehen geblieben und muss eine "Ehrenrunde" drehen.
Kurz noch zu den Erzeugerpreisen. Sie stiegen im August um 0,4 % (Prognose: 0,3 %). Der Kernwert, ohne Energie und Nahrungsmittel, stieg um 0,1 % (Prognose: 0,1 %). Die Energiepreise stiegen um 1,2 % und damit das dritte Mal in Folge. Nahrungsmittelpreise legten um 0,7 % zu. Die Inflation auf der Großhandelsebene fiel mit +0,3 % etwas stärker als erwartet aus. Die Preise für Zwischengüter stiegen um 0,5 %, während die Rohölpreise bei den Erzeugern um 1,4 % zulegten. Das Thema Deflation ist zumindest im Moment aus der Welt.