US-Konjunkturdaten weisen auf eine Abschwächung der US-Wirtschaft hin
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 01. Juni 2006 18:00 Uhr
ENL5454
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auf 336.000 gestiegen. Erwartet wurden 315.000 bis 320.000 neue Anträge nach zuvor 329.000. Wieder ein Hinweis auf eine sich abschwächende Konjunktur. Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass der FED kein Spielraum bleibt, die Zinsen anzuheben.
Die Lohnstückkosten sind saisonbereinigt zum Vorquartal um 1,6 % gestiegen. Die vorläufige Veröffentlichung mit 2,5 % wurde damit nach unten revidiert.
Ein weiterer zarter Hinweis, nachdem gestern schon der Chicagoer Einkaufsmanager Index etwas weniger Inflation angezeigt hatte, dass die Inflationsgefahren sinken.
Die Arbeitsproduktivität ist saisonbereinigt und annualisiert um 3,7 % gestiegen. Damit wurde die vorläufige Veröffentlichung von 3,2 % nach oben revidiert. Erwartet wurde eine Aufwärtsrevision in den Bereich von 3,7 bis 3,9 %.
Der viel beachtete ISM Index notiert bei 54,4 %. Erwartet wurde der Index bei 55,7 bis 56,5 % nach zuvor 57,3 %. Damit ist er unerwartet stark gesunken und wieder ein Hinweis auf eine Abschwächung der US-Wirtschaft. Der Teilindex für die Preise ist hingegen von zuvor 71,5 Punkte auf 77 Punkte angestiegen. Insoweit drücken sich hier die gestern und oben genannten zarten Anzeichen für ein Abflauen der Inflationsrisiken noch nicht aus.
Die Bauausgaben sind um 0,1 % zurückgegangen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,1 bis 0,6 % nach zuvor +0,9 %.
Insgesamt wird immer deutlicher, dass die FED aus wirtschaftlicher Sicht kaum noch Spielraum für weitere Zinserhöhungen hat. Um so mehr glaube ich, dass oben genanntes Szenario der tatsächliche Hintergrund für die aktuelle Haltung der FED darstellt.
Die Rohölvorräte sind in der vorangegangenen Woche um 1,6 Mio. Barrel gestiegen, nach zuvor -3,0 Mio. Barrel.
Die Benzinvorrätehaben sich im Wochenvergleich um 800.000 Barrel ausgeweitet, nach zuletzt Plus 2,1 Mio. Barrel.
Die Vorräte an Heizöl sind gegenüber der Vorwoche um 1,8 Mio. Barrel gewachsen, nach zuvor +2,5 Mio. Barrel.
Alle Vorräte sind angestiegen, das sollte den Ölpreis unter Druck bringen. Damit dann zu dem möglichen Szenario für den Dax: