US-Konjunkturdaten überraschen negativ
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 12. Februar 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Ich will es mal so unumwunden sagen, wie es ist: Die Zahlen sind fast eine Katastrophe (zur Katastrophe fehlen noch 37.000 Erstanträge). In dieser Woche ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 363.000 gestiegen. Erwartet wurden 340.000 bis 345.000 neue Anträge nach zuvor 357.000 (revidiert von 356.000). Wie gesagt, der Wert nähert sich wieder der konjunkturkritischen Marke von 400.000. Wer sollte angesichts von solchen Zahlen noch an eine selbsttragende Konjunkturerholung glauben? Diese Zahl hat mich wirklich überrascht. Ich hätte sogar mit etwas besseren Zahlen gerechnet.
Ich bin nun mehr als gespannt, was die amerikanischen Märkte im weiteren Handelsverlauf daraus machen, schließlich wurden gestern deutliche Kaufsignale generiert. Noch gilt: Schlechte Arbeitsmarktdaten = steigende Märkte. Aber Sie wissen auch, wenn das nicht mehr gelten sollte, dann drohte eine nachhaltige Konsolidierung ... Zurücklehnen, beobachten, werten ...
(Nach dem gestrigen starken Anstieg sollte es allerdings zu deutlichen Kursverlusten über das gestrige Tief hinaus kommen)
Aber nicht nur die Erstanträge fielen schlechter aus als erwartet. Auch der Umsatz im Einzelhandel ist um 0,3 % zurückgegangen. Erwartet wurde ein Umsatzanstieg um 0,0 bis 0,1 % nach zuvor +0,2 % (revidiert von 0,5 %). Gut, ohne die Autoverkäufe ist der Einzelhandelsumsatz um 0,9 % gestiegen. Erwartet wurde hier ein Umsatzanstieg um 0,5 bis 0,8 % erwartet nach zuletzt +0,2 % (revidiert von 0,1 %). Zwiespältige Zahlen.
Aber es kamen ja noch mehr Konjunkturdaten. Um 16.00 Uhr wurden die Zahl zu den Lagerbestände veröffentlicht. Diese sind um 0,3 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,2 bis 0,4 % nach zuvor 0,3 %. Also in Line.