US-Konjunkturdaten: Neu geschaffene Stellen enttäuschen!
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 05. Mai 2006 18:00 Uhr
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Oh, lala ! Ich hatte ja geschrieben, dass aufgrund der immer schlechter ausfallenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe die Gefahr bestände, dass die Zahl der neu geschaffenen Stellen niedriger, und wahrscheinlich auch noch niedriger als erwartet, ausfallen werde.
Erwartet wurden rund 200.000 neue Stellen ohne Landwirtschaft, es wurden dann aber nur 138.000! Das ist ein deutliches Zeichen, das für eine Aussetzung der Zinserhöhungen spricht. Insbesondere da auch die März-Zahlen von 211.000 auf nun 200.000 runter revidiert wurden.
Aber, und das macht die Brisanz der aktuellen Situation so deutlich: Die Stundenlöhne sind um 0,5 % angestiegen, im Jahresvergleich ist das ein Anstieg von 3,8 %! Das ist der größte Anstieg seit August 2001! Und hier erkennt man weitere Inflationsgefahren. Denn offensichtlich hat die Inflation nun auch die Löhne erreicht. Eine typische Folge einer boomenden Wirtschaft. Aber auch ein gefährliches Zeichen. Das wiederum könnte die Fed veranlassen die Zinsen doch weiter anzuheben, allein um Inflationssorgen vorzubeugen.
Die Fed steckt damit in einer Zwickmühle. Am Mittwoch ist die nächste Fed-Sitzung, es wird spannend. Der Euro steigt auf jeden Fall schon mal massiv weiter und notiert während ich das schreibe bei knapp 1,275 Dollar.
Die Arbeitslosenquote in den USA notiert wie erwartet bei 4,7 %
Der Markt spiegelte die Situation wieder. Trotz der niedrigen Arbeitsmarktdaten, die zunächst einen massiven Anstieg bewirkten (in den US-Futures und im Dax) kam der Markt anschließend wieder genauso schnell zurück, als die Inflationssorgen offensichtlicher wurden. Danach gab sich der Markt positiv unentschlossen. Ich bin gespannt, wie sich das auflöst.