Jochen Steffens in Investors Daily
vom
Die Zahl der Beschäftigten (ohne Landwirtschaft) ist um 144.000 gestiegen. Erwartet wurden 135.000 bis 150.000 neue Arbeitsplätze.
Hier wurden die Prognosen getroffen. Die schlechteren Vorgaben aus dem ISM-Index haben sich nicht als Warnzeichen bestätigt. Offenbar wurden tatsächlich einige Stellen aus dem schlechten Vormonat (32.000) in den August verlagert. Nimmt man den Zweimonatsschnitt, dann bleiben 88.000 Stellen – zu wenig für eine nachhaltige Konjunkturerholung.
Der Markt reagiert natürlich trotzdem positiv. Die Zahl ist nicht so hoch, dass die Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung in den USA ansteigt, aber auch (auf den ersten Blick) nicht so dramatisch schlecht, dass die Situation am Arbeitsmarkt als katastrophal und damit konjunkturell belastend bezeichnet werden kann. Das gesunde Mittelfeld.
Das bedeutet: Rechnet man nun den neuen August-Wert hinzu, wurden in diesem Jahr 1,3 Millionen neue Stellen geschaffen. Das ist allerdings nur halb so viel, wie die US-Regierung zu Jahresbeginn in Aussicht gestellt hatte.
Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,4 %. Erwartet wurden 5,5 %.
Der ISM Dienstleistungsindex notiert bei 58,2. Erwartet wurde der ISM Service-Index bei 62,0 bis 63,0.
Auch hier gilt wieder: Der ISM Dienstleistungsindex fiel schlechter als erwartet aus, aber das wurde so erwartet. Nach den schlechten US-Konjunkturdaten dieser Woche, insbesondere dem ISM Index des verarbeitenden Gewerbes musste man damit rechnen. Trotzdem, der ISM Dienstleistungsindex nähert sich damit der 50 Punkte Marke. Fällt er unter diese Marke, ist das ein Zeichen für ein Schrumpfen des Dienstleistungssektor.
Interessant ist, dass der Teilindex Beschäftigung im Dienstleistungssektor von zuvor 50 auf 52,5 Zähler angestiegen ist. Das erklärt warum der Teilindex vom ISM Index des verarbeitenden Gewerbes nicht als Warnzeichen funktionierte. Allerdings fiel der Teil-Index Auftrageingang von zuvor 66,4 Punkte auf 58,6 Punkte dramatisch. Ein überaus schlechtes Zeichen.
Es bleibt abzuwarten, was der Markt aus den Vorgaben macht, zumal am Montag die US-Börsen geschlossen haben.