US-Konjunktur mit Schwächeanzeichen
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 18. September 2006 13:00 Uhr
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Aber Daimler steht nicht alleine schlecht da. Können Sie sich noch an die beinahe Pleite des weltgrößten Autobauers General Motors erinnern? Momentan sieht es so aus, als wenn das US-Unternehmen aus dem Gröbsten raus ist, auch wenn ich mir hier noch die ein oder andere Hiobsbotschaft vorstellen kann, vor allem dann, wenn der Konsum einbricht.
Aber nicht nur General Motors leidet, sondern auch der Konkurrent Ford. Das an der New York Stock Exchange notierte Unternehmen musste am Freitag bekannt geben, dass 14.000 Stellen gestrichen werden. Eine kleine Katastrophe finde ich. Nicht nur das unzählige Einzelschicksale betroffen sind, sondern darunter werden auch noch einige Zulieferer leiden und ebenso die gesamte Konjunktur in kleinem Ausmaße.
Industrieproduktion sinkt
Erstmals seit Beginn diesen Jahres hat sich die US-Industrieproduktion verlangsamt. Gegenüber dem Vormonat sank diese im August um 0,1%. Die Volkswirte hatten noch mit einem Zuwachs von durchschnittlich 0,2% gerechnet. Das ist mit Sicherheit noch kein Beinbruch, zeigt aber meiner Meinung nach schon an, dass nicht alles so rosig ist, wie von vielen gedacht.
Gleichzeitig sind die Verbraucherpreise im August weiter angestiegen. Der Zuwachs betrug wie erwartet 0,2%. Auf annualisierter Basis zogen die Preise für die Konsumenten insgesamt um 3,8% und die Kernrate (ohne die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise) um 2,8%. Das liegt über dem Zielmaße der US-Notenbank.
Dennoch rechne ich ebenso wie ein Großteil der Marktteilnehmer nicht damit, dass die Fed am Dienstag den Leitzins anheben wird. Denn während die Inflation zwar noch weiter aber abgeschwächt anzieht, verliert die Konjunktur zusehends an Dynamik. Es besteht meiner Meinung nach weiterhin die Gefahr einer Stagflation oder Rezession. Dann wird es auch an den Börsen düster. Noch aber wird dieses Szenario anscheinend verdrängt….
Morgen werde ich Ihnen wieder einen spannenden Chart zeigen.
Ihnen wünsche ich einen erfolgreichen Auftakt in die neue Woche,
Ihr
Kay P. Kaymer