US-Inflation gerät ins Hintertreffen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 3. September 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
etwas ist faul im Lande der Vereinigten Staaten von Amerika. Die US-Haushalte sind heuer sogar höher verschuldet, als noch zu Zeiten der dotcom"-Blase.
Gestern haben wir uns damit beschäftigt, dass die Geldmenge M3, oder auch das Broad Money" in den USA am Schrumpfen ist. Und Lombard Street Research zufolge ist die Geldmenge in den USA im Juli sogar richtiggehend kollabiert. Lombard Street Research verzeichnete den stärksten Rückgang in der Wachstumsrate der Geldmenge in den letzten Jahrzehnten.
Also, welch deflationärer Faktor hat da die USA ergriffen?! Das Wachstum in den Bankkrediten ist mittlerweile fast zum Erliegen gekommen.
Das Land dessen Bürger, ja, dessen ganzes System bislang nur auf Pump lebte hat...was?..sich selbst einen Sparkurs auferlegt?!
Fast könnte man es meinen...Die US-Bürger die durchaus gerne weiter auf Kredit leben würden, bekommen keinen mehr. Zu groß die Unsicherheit, die Angst, die Nervosität der Banken. Was früher ein heißes, schnelles, profiträchtiges Geschäft war ist heute ein heißes Eisen an dem sich keiner mehr verbrennen will. Verbrennen wollen sich die Banken und Finanzinstitute aber auch nicht mehr an den Kollegen". Auch hier herrscht noch immer Misstrauen. Wer weiß schon was die anderen noch alles abschreiben müssen!
Und diejenigen, denen man noch einen Kredit gewähren würde, die wollen schlichtweg keinen mehr. Und das obwohl sich Ben und seine Mannen soviel Mühe gegeben haben um den Leitzins zu drücken. Da geht doch irgendwas gewaltig nach hinten los. Aber verdenken kann man es keinem! Die Risikobereitschaft ist einfach noch nicht wirklich hoch genug. Wer weiß, wie lange es so bleiben wird?! Wenn es nach der FED geht, sicher nicht sehr lange!
Die will Wachstum, der drohenden Rezession aus dem Weg gehen! Dabei kommt ihr der gegenwärtig mit Rückenwind gesegnete US-Dollar durchaus ganz Recht. Aber ob das ausreichen wird, den Fokus jetzt endlich mal auf die anderen zu richten, auf das man nicht mehr vor der eigenen Tür kehren muss?!
Und noch etwas Gutes bringt der wiedererstarkte US-Dollar mit sich: die Inflation gerät ins Hintertreffen. Dabei ist sie bei offiziell 5,6 % im Juli in den USA so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr.