US-Indizes: Nur der Dow hinkt noch hinterher
Andreas Wolf in Investors Daily Update
vom 9. September 2009, 10:30 Uhr
Der Blick auf den Dow Jons offeriert zurzeit nicht die vollständige Wahrheit über die Entwicklung der Börsenkurse. Technologietitel und mittelgroße Werte laufen derzeit wesentlich besser und antizipieren den bevorstehenden Wirtschaftsaufschwung, der von Ökonomen und Notenbankern aus taktischen Gründen noch klein geredet wird. Den institutionellen Investoren kann es nur recht sein, können sie doch unter dem „Deckel des Dampfkessels" Dow Jones noch weitere Positionen aufbauen und dann von dem starken Anstieg im nächsten Quartal profitieren. Den Terminmarktakteuren dürfte es nicht mehr lange gelingen, gegen die Auftriebskräfte gegen zu halten. Sie versuchen mit viel Liquidität zu verhindern, dass Short-Positionen zu stark in den Verlust laufen.
Die angezogene Bremse war gestern im US-Standardwerte-Index wieder zu spüren, denn obwohl zyklische Werte wie Alcoa und General Electric schon ihre eigene Aufwärtsdynamik entwickelt haben, gelang es dem Dow noch nicht von der Startbahn abzuheben. Der noch hinderliche Ballast wird aber in den nächsten Tagen abgeworfen und damit der Weg nach oben frei werden. Da die bisher trägen, aber eigentlich schwergewichtigen Ölaktien nach der Kehrtwende des Ölpreises von den Bremsklötzen zu den Aufwärtskräften im Dow mutiert sind, fehlt nur noch ein wenig guter Wille bei Titeln wie Wal Mart, 3M oder United Technologies.
Gemächlich setzte der Dow Jones also gestern seine Aufwärtsbewegung fort, die nun drei weiße Kerzenkörper aufbieten kann. Der kurzfristige Abwärtstrend seit Ende August wurde damit zunächst durchbrochen, noch fehlt es aber an der nötigen zusätzlichen Käuferschar, die sich bei den US-Indizes gerne in der letzten Handelsstunde zwischen 21 und 22 Uhr MESZ mittels computergesteuerten Kaufprogrammen in den Handel einschaltet. Aus Sicht der meisten technisch operierenden Marktteilnehmer braucht es wohl nochmal einen kleinen Rücksetzer bis maximal 9.400 Punkte auf Intraday-Basis, erst danach sollte dann ein stärkerer Aufwärtsimpuls folgen.
Das nächste Kursziel der Bullen bleibt die Widerstandszone zwischen 9.670 und 9.880 Punkten. Sie dürfte im Verlaufe dieser Woche erreicht werden. Für die Bären gibt es nur begründete Hoffnung, wenn die Aufwärtsbewegung der vergangenen drei Handelstage mit einem dynamischen Kursrutsch unter 9.300 Punkte wieder ausgeglichen wird. Allein die Anzahl der verkaufsbereiten Anleger reicht für ein solches Unterfangen zurzeit wohl nicht aus .
Ich wünsche ihnen einen erfolgreichen Handelstag!
Andreas Wolf
