US-Immobiliendaten
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 16. März 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
meine Skepsis gestern bezüglich der US-Immobiliendaten war offenbar berechtigt. Der von der "National Association of Home Builders" (NAHB) veröffentlichte Index zur Stimmung am US-Immobilienmarkt fiel im Monat März von 17 Punkten auf aktuell 15 Punkte (Erwartung: 15 Punkte). Ein Indexstand von 15 Punkten bedeutet, dass nur einer von sechs befragten Bauherren die Bedingungen am US-Immobilienmarkt als „gut" einschätzt. Die Lage im Immobiliensektor spitzt sich seit Monaten wieder zu. Die Preise und die Nachfrage fallen weiter, Zwangsversteigerungen nehmen zu und die Kreditvergabe der Banken bleibt restriktiv.
Die Teilindizes mit mehr Zukunftsbezug sehen gar noch schlechter aus: Der Teilindex für erwartete Bauvorhaben innerhalb der nächsten sechs Monate fällt im März von 27 auf 24 Zähler und damit auf das niedrigste Niveau seit April 2009. Der Index, der die Anzahl der Interessenten misst, die auf Bauplätzen vorbeischauen, sinkt von 12 auf 10 Zähler, was das niedrigste Niveau seit März 2009 markiert. Das sind Werte, wie sie vor der Erholungsrally am Aktienmarkt gemessen wurden! Offiziell ist die Krise ja für überwunden erklärt worden. Passen diese Daten in einem der Schlüsselsektoren in dieses Bild?
Glücklicherweise sind wenigstens die Produktionsdaten der Wirtschaft robuster. So ist die Industrieproduktion in den USA im Februar um 0,1 Prozent gestiegen (Erwartung: 0,0 Prozent). Naja, auch nicht berauschend, aber wenigstens ein knappes Plus. Der Empire State-Index zum verarbeitenden Gewerbe im Großraum New York ist im März gegenüber dem Vormonat von 24,9 Punkten auf 22,9 Punkte gesunken (Erwartung: 20 Punkte). Trotz des Rückganges wurden die Erwartungen von nur 20 Punkten damit übertroffen. Allerdings stand das Industriebarometer im Oktober 2009 mit 34,6 Punkten schon wesentlich höher. Abwärtstrend oder harmloser Rücksetzer? Das müssen die nächsten Monate zeigen. Bisher sehen wir seit dem bisherigen Erholungshoch im vergangenen Herbst einen kontinuierlichen Rückgang.
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