US-Immobilien: Von da muss das Erholungssignal kommen
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 30. Oktober 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
in der gesamten Lawine der Finanzkrise ist in der jüngsten Zeit der Urprung der heutigen Probleme an den Aktienmärkten und in den Banken in Vergessenheit geraten. Die Schwierigkeiten, die zu der Abwertung von Kreditderivaten und zu Insolvenzen im Bankenmarkt geführt haben, lagen in der Unverkäuflichkeit einer großen Anzahl von Häusern. Die sogenannte Blase am Immobilienmarkt wurde zum einen durch die von Ex-US-Notenbankchef Greenspan Mitte unseres Jahrzehnts betriebene, zu laxe Zinspolitik mitverursacht, zum anderen trugen die Banken durch eine zu sorglose Vergabe von Immobilienkrediten zu den heutigen Problemen bei. Schuldnern, bei denen mangels Masse und zu niedrigem Einkommen bereits von vorne herein feststand, dass eine Rückführung eines zu 100 Prozent finanzierten Immobilienkredits nie wirklich wahrscheinlich gewesen war, wurde in Reihe eine unsolide Finanzierung spendiert. Eine ganze Branche produzierte auf diese Weise Wachstumraten, die auf Jahre hinaus nicht mehr zurückkehren werden.
Unzweifelhaft muss es, um eine durchgreifende Verbesserung der Wirtschaftslage in den USA und damit verzögert in der Welt herzustellen, zu einer Wende im US-Immobilenmarkt kommen. Das Rettungspaket für die Banken war zwar zum Erhalt der Funktion des Bankensystems unabdingbar, um aber auch wieder Sicherheit und Optimismus bei den amerikanischen Verbrauchern schaffen, bedarf es eines Ende des Werteverfalls am Immobilienmarkt. Die Regierung hat zumindest mit gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schutz von Hausbesitzern die Möglichkeit von Gläubigern we Banken erschwert, zu schnell Zwangsversteigerungen durchzuführen. Das ist vor allem für mittelständische Haushalte von Bedeutung, die sich durch die Not der Banken in den letzten Monaten immer schneller wachsenden finanziellen Forderungen gegenübersahen. Darüber hinaus plant die staatlichen Einlagensicherungsbehörde,FDIC, eine Umwandlung von vom Ausfall bedrohten Hypotheken in bezahlbare Darlehen, die Regierung soll hierzu 40 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen. Ohne weitere staatliche Hilfsprogramme ist an eine nachhaltige Gesundung des Immobilenmarkte nicht zu denken.
Der abgebildete Chart, der die Anzahl der gekündigten Verkaufsverträge gebrauchter Häuser in den letzten sechs Jahren anzeigt, bietet noch keinen Hoffnungsschimmer. Die Kurve zeigt, wie fast im gesamten Jahr 2008, steil nach oben. Allerdings ist angesichts der jüngst eingeleiteten Maßnahmen, die eine Wirkungsfrist von 3 bis 6 Monaten benötigen, von einem baldigen Ende des Anstiegs auszugehen. Zudem werden weitere Maßnahmen der neuen US-Regierung spätestens ab März 2009 ins Werk gesetzt, so dass in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 mit dem Beginn einer Bodenbildung am US-Immobilienmarkt gerechnet werden dürfte. Da die Aktienmärkte diese Daten mittlerweile sehr sensibel betrachten, wird der Ausgangspunkt für die aktuelle Wirtschafts- und Börsenkrise auch einer der Faktoren für deren Ende sein.
