US-Haushaltsdefizit außer Kontrolle
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. Februar 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Lassen Sie uns ein paar Zahlenspiele machen. Zahlen lügen. Die 8 führt zu nichts. Die 0 ist nichts, was das auch bedeutet. Also werfe ich diese Zahlen raus....
15, 34, 92, 98888, 21....
Alle weg damit. Und auch diese Zahl weg: 1.500.000.000.000. Was ist das für eine Zahl?
Das ist die Zahl der Dollar, die die US-Regierung dieses Jahr brauchen würde, um die Lücke zwischen den Steuereinnahmen und den Ausgaben zu schließen.
Mit anderen Worten: Das Haushaltsdefizit. Und das ist eine Menge Geld. Aber erinnern Sie sich, es ist nur eine Zahl. Und Zahlen kann man nicht trauen. Denn erst vor wenigen Monaten wurde uns gesagt, dass das US-Haushaltsdefizit bedeutend geringer sein sollte. Unter einer Billion Dollar. Dann hieß es 1,2 Billionen. Zahlen, Zahlen....1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 - die habe ich doch schon alle gesehen!
Aber das wichtige ist nicht die Nummer selbst....es ist wie ein Weihnachtsgeschenk: Der Geist dahinter zählt. Ich beschwere mich nicht. Die meisten Leute beschäftigen sich heutzutage eben damit, Reichtum umzuverteilen, und nicht mehr neuen zu produzieren.
Das Obama-Team wird also 1,5 Billionen Dollar mehr umverteilen, als es an Steuern einnimmt. Ich werfe weitere Zahlen in den Ring. Das sind 5.000 Dollar pro Person...20.000 Dollar für eine vierköpfige Familie. Und wir sprechen hier nur über den Betrag, der die Steuereinnahmen ÜBERSTEIGT. Es geht nur um das Defizit. Das kommt zu den 8.000 Dollar oder so hinzu, die von einer Person genommen wird und an andere umverteilt wird, via Steuern.
Die US-Regierung gibt also 4 Dollar aus für 2,5 Dollar, die sie an Steuern einnimmt. Große Sache?
Ja....denn Sie können sich vorstellen, wie lange man so etwas durchhalten kann. Das ist so, als ob Sie 100.000 Dollar im Jahr verdienen und 160.000 Dollar ausgeben. Das kann man einmal tun...das geht vielleicht. Aber jedes Jahr...?
Und die US-Regierung tut das, während die Wirtschaft um 3 oder 4% wachsen soll. Wenn sie langsamer wächst - oder gar nicht - dann vergrößert sich das Defizit sogar noch.
1,5 Billionen Dollar entsprechen ungefähr 10% des amerikanischen BIP. Wenn man weiterhin 10% des BIP der Schuldenlast hinzufügt, dann hat man bald mehr Schulden, als man will.
Die Amerikaner werden die Dinge anders angehen müssen. Auf dem bisherigen Weg werden sie die Zukunft nicht gewinnen. Sie müssen die Zahlen ändern. Man kann sich nicht Jahr für Jahr in Höhe von 10% des BIP verschulden, ohne Ende in Sicht, und hoffen, dass man eine gesunde Volkswirtschaft hat. Auf diese Art wird man kein Gewinner, sondern ein Verlierer....
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Alban (11.02. 2011 10:48 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, ich stimme ihnen in den wesentlichen Punkten ihrer Argumentation zu. Ist die Situation in Deutschland aber so grundsätzlich anders? Auch hier bahnt sich eine ausufernde Verschuldung an. Bemerkenswert daran ist auch, daß der Steuerzahler mit Schulden beladen wird, die er selbst gar nicht gemacht hat. Sehr wichtig finde ich ihre Frage nach dem eigentlichen Sinn von Wirtschaft. Auch das ist meiner Ansicht nach eine Frage, die hier in Europa nicht weniger dringlich ist, als in dem von ihnen geschilderten Amerika, mit freundlichen Grüßen
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