US-Häuslebauerindex
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 24. Februar 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
gestern habe ich mich ein wenig über die wichtigste globale Entwicklung der nächsten Jahrzehnte ausgelassen. Nun möchte ich mich in diesem Zusammenhang einmal jenen us-amerikanischen Aktienmarktsektoren widmen, die Ursache der jüngsten Finanzkrise waren. Heute möchte ich Ihnen den US-Hausbausektor zeigen, morgen den US-Bankensektor. Ist die Krise in diesen Sektoren vorbei, dann dürfte die Finanzkrise insgesamt "abgehakt" sein. Dass die Krise bei den hauptbetroffenen Sektoren vorbei ist, würden Sie an deutlichen Bodenbildungen und dynamischen Rallytendenzen erkennen.
Zum US-Hausbausektor habe ich mir den S&P Homebuilding Index für eine Analyse herausgesucht. In diesem Sektor begann der Niedergang bereits lange vor dem Gesamtmarkt - nämlich bereits im Sommer 2005 (!). Daran sehen Sie, wie lange es schließlich gedauert hat, bis die negative Entwicklung in diesem Bereich den Gesamtmarkt und die Realwirtschaft erreicht hat. Aber auch, wie lange bereits sichtbar war, dass der Sektor in einer Krise steckt, die gefährlich für den Gesamtmarkt werden konnte. Sichtbar wurde spätestens im Jahr 2006, dass es sich bei dem Sektor um mehr als nur eine Korrektur im Aufwärtstrend handelt. Bitte beachten Sie, dass im Monats-Chart (unten) jede Kerze einen ganzen Monat repräsentiert.
US Homebuilding Index im Monatschart
Anfang 2007 begann der Niedergang dann richtig Fahrt aufzunehmen, als am Gesamtmarkt (S&P 500, Dow Jones Index) noch gejubelt und neue Höchststände gefeiert wurden. Ein gewisser Ben Bernanke behauptete damals, dass die Krise im Immobiliensektor nie auf die Realwirtschaft übergreifen werde. Ende 2008 - nach einem langen steilen Absturz und mehrere Monate vor dem Gesamtmarkt - kam es dann schließlich zu einer Stabilisierung, die bis heute anhält. Was ist von dieser Stabilisierung zu halten?
Sie verlief bis an das Jahr 2010 hinein mit wenig Aufwärtsdynamik, aber volatil. Insgesamt zeigte sich in dieser Zeit eine bärische Keilformation, die im Frühjahr 2010 regelkonform nach unten gebrochen wurde. Normalerweise kommt es nach solchen Brüchen zu Kursverlusten bis an den Ursprung des Keils, also die 2008er Tiefs. Das ist bisher nicht der Fall, da sich die Kurse im Sommer 2010 fingen. Andererseits wurden aber weder neue Erholungshochs erreicht noch der blaue Widerstand überschritten oder der langfristige Abwärtstrend gebrochen.
Was bleibt ist eine wenig dynamische Erholung im intakten Bärenmarkt, die ohne eine zügige Überwindung des letzten Erholungshochs bei etwa 360 Punkten zu einer Rückkehr des Bärenmarktes mit neuen Tiefs, bestenfalls zu einer ausgedehnten Bodenbildung führen wird. Der Sektor zeigt seit über zwei Jahren allenfalls Stabilisierungstendenzen, aber keinerlei Rallyambitionen. Das verwundert auch nicht, da geplatzte Spekulationsblasen meist Jahrzehnt benötigen, bis in betroffenen Sektoren wieder Bullenmärkte entstehen. Daran ändern auch rekordverdächtig hohe staatliche Subventionen nichts. Im US-Hausbausektor ist die Krise aktuell nicht akut, aber auch noch längst nicht gelöst.
Hier verrate ich Ihnen, wo Sie jetzt noch ohne Risiko einsteigen können:
