US-Gericht kippt Rekord-Schadenersatz-Zahlung
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 19. Dezember 2002 18:00 Uhr
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In Los Angeles hat nun ein US-Gericht die Entscheidung eines Geschworenengerichts gekippt, das den US-Tabakkonzern Philip Morris zur Zahlung von 28 Mrd $ an eine US-Raucherin verpflichtet hatte. Der Bundesrichter Warren Etinger kam zu dem Schluss, dass die Rekord-Entschädigungssumme zu hoch bemessen sei. Er bezeichnete die Summe als "rechtlich maßlos" und schlug eine Reduzierung der Strafe auf 28 Mio Dollar vor. Die unheilbar an Lungenkrebs erkrankte Betty Bullock, der die Rekordsumme im Oktober zuerkannt worden war, kann nun bis zum 27. Dezember erklären, ob sie mit der niedrigeren Entschädigung einverstanden sei.
Es geschieht in Amerika wohl häufiger, dass Schadensersatzsummen, die von Geschworenengerichten festgesetzt wurden, später durch die Richter reduziert werden. Eine Summe von 28 Mrd $ ist deutlich mehr als der gesamte Quartalsumsatz, der bei ca 20 Mrd $ liegt. Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei ca 90 Mrd $.