US-Geldpolitik
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 11. August 2010, 08:30 Uhr
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heute möchte ich Ihnen natürlich die Ergebnisse der gestrigen US-Notenbanksitzung mitteilen. Die US-Notenbank (Federal Reserve) ließ erwartungsgemäß den Leitzins unverändert und stellte abermals für einen längeren Zeitraum ein niedriges Zinsniveau in Aussicht. Das überraschte Niemanden angesichts der in den letzten Monaten schon eher überraschend schlechten Konjunkturdaten. Auch die Fed selbst – sonst im Selbstlob geübt - äußerte sich verhaltener, was die wirtschaftlichen Aussichten der USA angehen. "Die Geschwindigkeit der Erholung fällt möglicherweise in der nächsten Zeit gemäßigter aus als erwartet wurde", hieß es. Nun ja, das ist sehr diplomatisch (oder einfach nur beschönigend) ausgedrückt. „Meine“ Frühindikatoren zeigen eine enorm hohe Wahrscheinlichkeit einer erneuten Rezession in den USA an.
Der „Knaller“ wurde vom Markt allerdings an anderer Stelle der Notenbankpolitik erwartet, da sich die Zinsen nicht mehr unter Null senken lassen (das wäre doch auch mal eine Idee). Wie erhofft, werden die Stützungskäufe von Staatsanleihen wieder aufgenommen. Laut Reuters sollten damit die Zinsen für langfristige Hypotheken und Unternehmensanleihen gesenkt werden. Allerdings nur in kleinem Stil, denn bei den US-Staatsanleihen haben wir bereits alle Anzeichen einer Blasenbildung vorliegen.
Ab jetzt sollen also rückfließende Gelder aus den Notenbank-Investitionen in Hypotheken-Anleihen zu Stützungskäufen bei Staatsanleihen eingesetzt werden. Die Summen belaufen sich nach Berechnungen der Commerzbank in den kommenden zwölf Monaten allerdings lediglich auf rund 50 Mrd USD, was angesichts der ins Stocken zu geraten drohenden Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein würde. Der geplante Kauf von Staatsanleihen wurde am Markt zwar grundsätzlich für gut befunden, ging vielen Teilnehmern aber nicht weit genug, zumal die Fed ihre Bilanz konstant halten will. Insgesamt ist das wohl nicht der ganz große Wurf, den sich der Markt erhofft hat. Die gestrige Reaktion der Aktienmärkte war demnach vergleichsweise verhalten. Heute früh sieht es nach weiteren Kursverlusten aus.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (11.08. 2010 09:51 Uhr):
Der ganz grße Wurf wird der Wurf unserer Papierwährungen dahin sein, wo sie hingehören: In den Papierkorb. Aber dies wird unser ach so schlaues finanzielles und politisches Führungspersonal um jeden Preis einschließlich des notorisch fortgesetzten Bruchs jeglichen Rechts und jeglicher Prinzipien zu verhindern bzw. hinauszuzögern trachten mit dem Ergebnis, dass die Katastrophe für das gesamte politische und soziale System final werden dürfte.
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