US FED Zinserhöhung.
Andreas Schnappberger in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 30. Juni 2006 08:30 Uhr
ENL5462
US FED erhöht Leitzinsen .
Die Amerikanische Zentralbank, FED hat gestern wiederholt die Leitzinsen um 0,25% auf jetzt aktuell 5,52% erhöht. Als Grund wurde hierbei angegeben, dass man schon im Vorfeld möglichen Inflationsrisiken begegnen möchte. Alles in allem eingentlich ein positives Dollarargument. Weit gefehlt. Wie sooft, haben die Finanzmärkte aber eine ganz eigene Interpretaion dieser Zinserhöhung. Hier geht man davon aus, dass nun nach der 17 Leitzinserhöhung ein Ende des Zinszykluses bzw. dieser Erhöhungen gekommen ist. Ergo: Ein massives Argument für den Markt den Dollar zu verkaufen. So geschehen, jetzt auch heute Nacht die den Kurs des EUR/USD bis auf Kurse bei ca. 1.2750 gezogen haben. Ein schneller und rasanter Anstieg von gut 200 Punkten über Nacht.
Ungarn bleibt im Forexmarkt der große Verlierer.
Allen voran gegen den Australdollar. AUD/HUF hat in den letzten Tagen das alte drei Jahreshoch um 165 AUD/HUF in Angriff genommen. Nachdem sich der Ungarische Forint weiter unter Druck befindet und auch die vor Wochen durchgeführte Zinsanhebung in Ungarn komplett nichts gebracht hat, geht’s hier weiter bergab mit den HUF. Mit einem Tagesplus um knapp 2% war AUD/HUF gestern jedenfalls einer der Top-Trades bei den eher exotischen Währungen. Gestern hieß es zumindest eindeutig, langeweile bei den großen Majors und Action bei den Exoten.
Tageschart in AUD/HUF.
Das Internet macht es möglich, dass Die Gerüchte jetzt noch schneller um den Globus gejagt werden und einer viel breiteren Masse zur Verfügung gestellt werden. So auch gestern wieder über einige Finanzseiten. Die Story von der Gefangennahme von Osama bin Laden machte mal wieder die Runde in der Finanzwelt. Nachdem ja wieder wie üblich die Bestätigung ausgeblieben ist, dürfte es klar, sein, dass hier der „Gerüchtestreuer“ seine Position etwas unterstützen wollte. Entweder, weil er richtig tief in der Tinte sitzt und zu einem moderateren Preis aus dem Markt möchte oder weil er seine Position etwas anschieben möchte, weil ihm im Moment der Markt zu träge ist.
Psychologie des Anlegers.
So oder so ein Spiel mit der Psyche der Anleger und Investoren. Gerade bei solchen Aktionen kommt mir immer wieder in den Sinn, wie wir zuerst als Trader Nachwuchskräfte von unseren erfahrenen Kollegen verschei….wurden und später als gestandene Börsenhändler selbst uns die Zeit mit einigen Späßen vertreiben haben. Beliebt war immer, in einer Stresssituation einen Rookie ganz „dringed und schnell“ die Wertpapierkennummer der „Deutschen Strohhutgiesserei“ heraus suchen zu lassen. Sie können sich sicherlich das Ergebnis lebhaft vorstellen. Weil wir aber gerade bei der Psyche des Traders oder des Investors waren, hier eine Aufstellung von Psychologenseite über die größten Fehler eines Anlegers an der Börse (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). - Bei Kursgewinnen überschätzen Anleger sich und Ihr Können. - Bei Verlusten wird gerne nach Sündenböcken gesucht. - Verluste werden ausgesessen. Festhalten an Fehlentscheidungen. - Gewinne werden zu früh realisiert. - Mangelnde Sorgfalt bei der Auswahl der Handelsstrategie. - Selektive Wahrnehmung. Unwillkommene Argumente und Informationen werden ausgeblendet. - Vorschnelle Schlüsse ziehen. Muster erkennen, wo keine vorhanden sind.- Mitlaufen mit der Herde. Die Mehrheit liegt nach der contrary opinion theory an der Börse falsch. - Überlegen Sie sich folgendes: Wenn Sie etwas kaufen möchten, so muss Ihnen jemand etwas verkaufen. Warum möchte jemand diesen Wert verkaufen.
Es bleibt dabei neben klaren Regeln auch immer auf die Börsenpsychlogie zu schielen um auch Kursbewegungen durch die Masse besser bewerten zu können.
Viel Erfolg im Trading
Andreas Schnappberger

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