US-Dollar belastet Rohstoffpreise!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 4. Dezember 2009, 20:00 Uhr
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Nachdem Dubai World einen Restrukturierungsplan vorgelegt hatte und in den Marktteilnehmern die Überzeugung wuchs, dass von Dubai kein systemisches Risiko ausgeht, verlor die Welle des Dubai-Schocks deutlich an Druck. In dieser Woche stehen die Märkte somit wieder ganz im Zeichen der Erholung.
Der DAX konnte im Wochenvergleich rund 2,3% zulegen. Der Nikkei schloss mit 10% im Plus gegenüber der Vorwoche, während der Shanghai Composite Index um 5,4% zulegen konnte im Wochenvergleich. Der Dow Jones notiert zur Zeit rund 0,2% im Plus gegenüber der Vorwoche.
Der Bundesagentur für Arbeit zufolge ist die Zahl der Arbeitslosen im November leicht gesunken. Die Zahl schrumpfte um 13.000 auf 3,215 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6%. Das Statistische Bundesamt bestätigte für Oktober einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat. Dagegen verkündete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau sei im Oktober deutlich geschrumpft. Der Auftragseingang sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 29%. Wie die Bundesbank bekannt gibt, befindet sich die deutsche Wirtschaft allerdings wieder auf Erholungskurs. Die Bundesbank prognostiziert für 2010 ein BIP-Wachstum von 1,6%, nach einem Rückgang um 4,9% in diesem Jahr.
Die EZB bestätigt, dass sich die Wirtschaftsaktivität in der Eurozone verbessert habe. Die zuvor getroffene Schätzung für ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,4 % (gegenüber dem Vorquartal) für das 3. Quartal wurde nun bestätigt. Für das kommende Jahr 2010 hat die EZB ihre Wachstumsprognose von zuvor 0,2% auf 0,8% nach oben revidiert. Der Leitzins bleibt weiterhin bei 1% bestehen Allerdings gab EZB-Chef Trichet darüber hinaus zu Protokoll, dass aufgrund der deutlich verbesserten Bedingungen an den Finanzmärkten in Zukunft nicht mehr alle Maßnahmen zur Liquiditätsbereitstellung in vollem Umfang benötigt werden und die Zentralbank folglich damit beginnen werde, diese graduell zurückzuziehen.
Aus den USA wurde ein Anstieg des Chicagoer Einkaufsmanagerindex gemeldet. So stieg der Index im November von 54,2 auf 56,11 Punkte - der höchste Stand seit Herbst letzten Jahres. Ein Wert über 50 Punkte signalisiert Wachstum. Obgleich der nationale Index der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe für November einen Rückgang von 55,7 Punkten im Vormonat auf 53,6 Punkte ausweist, deutet auch hier der Wert über 50 Punkten noch immer auf ein Wachstum. Die FED veröffentlichte in dieser Woche das aktuelle Beige Book. Dem Bericht zufolge habe sich das Umfeld der US-Wirtschaft seit dem letzten Bericht moderat verbessert. Allerdings bleibe die Situation am US-Arbeitsmarkt weiterhin schlecht. Überraschend hat das US-Arbeitsministerium am Freitag einen schwächeren Rückgang der Zahl der Beschäftigen gemeldet, als zuvor prognostiziert worden war. Wie das Ministerium berichtet, schrumpfte die Zahl der Beschäftigten im November um 11.000. Der Konsens hatte zuvor einen Rückgang in Höhe von 125.000 prognostiziert. Für Oktober wurde der Rückgang in der Zahl der Beschäftigen von zuvor 190.000 auf 111.000 nach unten revidiert. Überraschend sank auch die Arbeitslosenrate von 10,2% im Oktober auf 10,0%.
In China weisen die Einkaufsmanagerindizes (HSBC China Manufacturing PMI, sowie auch der offizielle PMI) auf eine Fortsetzung des Wachstums im produzierenden Gewerbe hin. Der offizielle PMI steht mit 55,2 Punkten im November auf dem höchsten Stand seit 19 Monaten und weist damit den 9. Monat in Folge auf ein Wachstum hin. Dadurch steigen auch die Chancen auf ein weiterhin deutliches Wachstum im kommenden Jahr.
Der US-Dollar konnte am Freitag aufgrund der besser als erwartet ausgefallenen Daten vom US-Arbeitsmarkt deutlich zulegen. Der überraschende Rückgang der US-Arbeitslosenrate um 0,2 Prozentpunkte unterstützt die Spekulationen die US-Notenbank könne sich auf eine Zinsanhebung vorbereiten. Bislang gilt eine rasche Zinsanhebung von Seiten des FED, gerade aufgrund der katastrophalen Situation am US-Arbeitsmarkt eher als unwahrscheinlich.
EUR/USD der die Woche über in einer Range zwischen 1,50 und 1,51 handelte und zur Wochenmitte hin nahe am Novemberhoch bei 1,5145 notierte ist am Freitag unter 1,49 gefallen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4872.
Energie
Die Ölpreise, insbesondere der WTI-Preis, sind in dieser Woche wieder deutlicher unter Druck geraten.
Während WTI zu Beginn der Woche noch über 78 USD handelte wirkten sich schließlich insbesondere die US-Lagerbestandsdaten von Mitte der Woche als belastend aus. Wie das US-Energieministerium mitteilte sind die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche unerwartet stark um 2,1 Millionen Barrel angestiegen. Am Knotenpunkt Cushing sind allein im November die Bestände um 5,3 Millionen Barrel gestiegen. Auch die Benzinvorräte überraschten mit kräftigem Anstieg um 4 Millionen Barrel, während die Raffinerieauslastung auf unter 80% gesunken ist. Zeichen für eine schwache Nachfrage!
Laut Oil Movements setzt die OPEC ihre Quoten nach wie vor nicht angemessen um. Wie das Unternehmen berichtet stiegen die Lieferungen der OPEC (ohne Angola und Ecuador) in den 4 Wochen bis zum 19.November um 22,91 Millionen Barrel pro Tag. Damit liegen die Lieferungen um rund 130.000 Barrel über dem Level des Vormonats.
Am Freitag belastetet dann zudem die erneute US-Dollar-Stärke die Ölpreise.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im Januar bei 75,55 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Januar, notiert mit Aufschlag gegenüber WTI, aktuell bei 77,62 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis konnte in dieser Woche erneut ein neues Allzeithoch bei 1.227 US-Dollar pro Feinunze markieren.
Bis Freitag notierte der Goldpreis relativ konstant über 1.200 USD-Marke, geriet dann allerdings aufgrund der plötzlichen USD-Stärke (aufgrund der überraschend besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten) unter Druck.
Aktuell notiert Gold bei 1.169 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.190,25 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise konnten in dieser Woche zunächst wieder deutlich von der verbesserten Stimmung und der Erholung an den Aktienmärkten profitieren.
So stieg der Kupferpreis zur Wochenmitte wieder über 3,21 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
Am Freitag belastete auch hier die plötzliche USD-Stärke erneut den Preis. Nach wie vor scheinen allerdings belastende Daten, wie die hohen Lagerbestände (die LME verzeichnet aktuell mit 445.400 Tonnen an Kupferbeständen ein um 73% höheres Level als im Juli; in Shanghai sind die Bestände auf 104.700 Tonnen gestiegen und liegen damit in der Nähe eines Mehrjahreshochs), noch keinen Einfluss auf den Markt auszuüben.
Aktuell notiert Kupfer bei 3,18 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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