US-Déjà Vu
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 7. Juni 2011, 20:30 Uhr
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Hach ja, Ihnen ist sicher auch schon aufgefallen, wie sich doch alles immer wiederholt und wiederholt und wiederholt. Insbesondere bei Betrachtung der Situation in und um die USA holt einen immer wieder das Déjà Vu-Erlebnis ein.
Schwache Ami-Daten oder wenn die Angst zurückkehrt
Ich muss zugeben, ich finde es bemerkenswert lustig, wie schockiert die Märkte auf die überaus schwachen US-Daten der letzten Woche reagiert haben. Allerdings, verwundert bin ich nicht. Denn die Märkte leben nun einmal von Stimmungsschwankungen und nun wird offensichtlich, dass der große Optimismus und die starken Hoffnungen auf eine handfeste Erholung der US-Wirtschaft eben doch ein wenig übertrieben waren. Dies wiederum finde ich gerade deshalb lustig, weil mein Optimismus in Bezug auf die Ami-Wirtschaft,wie Sie wissen, sich mittlerweile schon seit Jahren in Grenzen hält, angesichts dessen, dass, wie ich immer wieder schrieb, die USA nach wie vor mit einem maroden Arbeitsmarkt und einem noch maroderen Immobilienmarkt zu kämpfen haben.
Aber sei's drum...letzte Woche haben es nun auch viele andere gemerkt, nachdem die Zahl der Beschäftigten zuletzt nur geringfügig angestiegen ist, die Häuserpreise den 57sten Monat in Folge gefallen sind, der Einkaufsmanager-Index einen massiven Rückgang aufweist, die US-Industrie über rückläufige Auftragseingänge klagt und sich auch noch das Verbrauchervertrauen verschlechtert hat.
Jetzt merken viele, dass sich die zwischenzeitliche Erholung der US-Wirtschaft möglicherweise viel stärker bis hauptsächlich auf dem Rücken von Konjunktur- und Notenbankprogrammen abgespielt hat. Doch weil die Ami-Häuptlinge jetzt sparen wollen (und auch müssen, angesichts dessen, dass sie im Grunde genommen schon längst pleite sind) und die FED-Häuptlinge noch kein QE-3 auf den Markt geworfen haben, kehrt jetzt auch noch die Angst zurück.
Double Dip oder verlorene Jahre?
Und mit der Angst kehren auch die Schlagworte wieder zurück. Da wäre zum einen das Double Dip Szenario zu nennen. Das kennen wir ja schon, zuletzt stand das gleiche Schlagwort genau vor einem Jahr schon einmal zur Debatte. Und ebenso wie vor einem Jahr, wird auch diesmal wieder das Alternativ-Szenario zum nächsten Rutsch in die Rezession (Double Dip) inkl. Crash, namentlich das Verlorene Jahrzehnt, wieder diskutiert. Dieses geht auf Japans Erfahrungen seit den 90er Jahren zurück (wir werden im 2.Teil gleich noch einmal einen Blick auf die vielen verlorenen Jahre Japans werfen).
Und um den Diskurs zu bereichern, möchte ich gerne noch ein weiteres Schlagwort in den Raum werfen: die Stagflation (Stagnation und Inflation). Auch dieses Schlagwort ist nicht neu, darüber sprachen wir auch schon 2008. Und warum wir auch diesmal darüber sprechen sollten, schauen wir uns ebenfalls im 2.Teil an.