US-Daten wie erwartet .. bedenklich wie immer
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 02. August 2006 07:30 Uhr
ENL5454
Wie oben bereits geschrieben: Diese gestrigen US-Daten waren eigentlich im Rahmen der Erwartungen und ganz sicher nicht Anlass für fallende Aktienkurse. Und wenn jemand wegen dieser Zahlen Sorgenfalten auf der Stirn bekam, dann nicht wegen der Personal Income-Zahlen, sondern wegen der Bauausgaben!
Die US-Bauausgaben für den Juni (es zieht sich, bis da die Daten zusammen gebracht sind, daher ist die Zahl relativ alt und die letzte im Zuge der Juni-Daten für den Immobilienmarkt) waren um 0,3 Prozent gestiegen. Da klingt harmlos, ist aber nicht so ganz ohne. Denn alle anderen Daten zeigten an, dass sich die Baukonjunktur abkühlt. Im Juni gab es Rückgänge zwischen 1,5 bis zu 5% im Bereich der Baubeginne, Hausverkäufe oder Baugenehmigungen.
Dementsprechend wurde auch nur ein leichtes Plus von 0,1 bis 0,2% erwartet unter der Prämisse der Mai-Daten, so wie sie bekannt waren. Denn die ursprüngliche Mai-Zahl lautete –0,4%, wurde aber jetzt auf +-0 deutlich nach oben korrigiert! Was kann hinter diesen doch so deutlich höheren Zahlen stecken ... steigende Preise natürlich.
Der Rest der Daten war zwar wie immer bedenklich, aber dennoch im Rahmen der Erwartungen. So stiegen die persönlichen Einnahmen der US-Bürger im Juni um 0,6% und die persönlichen Ausgaben um 0,4%. Beides traf genau die Erwartungen, also kein Grund für großes Wehklagen und fallende Aktienkurse. Sicher, man muss einräumen:
Diese Steigerungen sind happig. Vor allem, da die persönlichen Ausgaben vom Mai im Zuge der Bekanntgabe dieser Juni-Daten von +0,4% auf +0,6% nach oben genommen wurden. Aber der Optimist könnte sagen: Na, da sind doch zwischen Einnahmen und Ausgaben 0,2% Luft, da wird doch was gespart. Ich würde Ihnen dergleichen Dünnsinn nicht zumuten, wenn diese Argumentation in den vergangenen Jahren nicht öfter aufgetaucht wäre. Verwunderlich also, dass man nun plötzlich ängstlich wird. Da die Daten erwartet wurden ... wo war diese Angst in der letzten Woche, als die Kurse so rapide stiegen, weil die Notenbank vorerst, längere Zeit oder nie mehr die Zinsen anheben muss/will/kann/wird?
Und dann war da noch der ISM-Index für Juli, der Einkaufsmanager-Index des verarbeitenden Gewerbes für die gesamte USA. Anstatt eines gegenüber dem Juni unveränderten Niveaus stieg der Index um knapp einen Punkt auf 54,7 (Werte über 50 bedeuten eine positive Erwartung). Das ist nicht wirklich eine bedeutsame Veränderung, sie deutet weder auf einen neu entfachten Boom noch auf eine deutliche Abkühlung der Wirtschaft hin. Interessant wird es sein zu sehen, ob der Index für den Dienstleistungssektor aus der Reihe tanzen wird ... den bekommen wir am Donnerstag nachmittag.