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Henrik Voigt in DAX Daily
vom
nachdem Europa schon seit längerem die Rezessionsschiene" fährt und Chinas Einkaufsmanagerindizes seit sieben Monaten fallen, ist es jetzt an den USA, mit ihren bisher starken Wirtschaftsdaten immer häufiger Enttäuschungen zu produzieren. Was das für die amerikanischen Unternehmensgewinne und Börsennotierungen bedeutet - immerhin handelt es sich um die Weltleitbörse - muss ich Ihnen sicher nicht näher erläutern. Wir haben zu Jahresbeginn ausgerechnet am scheinbar unangreifbaren US-Aktienmarkt bei den mittelfristigen Stimmungsindikatoren die größte Euphorie seit vielen Jahren (in manchen Indikatoren gar aller Zeiten) gesehen, und das rächt sich nun. Die Wirtschaftsdaten zeigten bereits damals, dass dahinter kaum Substanz steckt. Aber von einer rein stimmungstechnischen Bereinigung des Marktes sind wir noch meilenweit entfernt.
Der gestrige Tag lieferte einmal mehr ein Musterbeispiel an Negativüberraschungen von der amerikanischen Konjunkturfront: Der NAPM New York Current Business Conditions Index notiert bei 49,9 nach 61,2 zuvor. Die (stets volatilen) Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter lagen im April unverändert, erwartet wurden +0,2% nach -3,7% zuvor. Die Industrieaufträge notierten im April mit -0,6%, erwartet wurden +0,3% nach -1,9% zuvor. Dazu ist anzumerken, dass es sich um den tiefsten Stand seit einem halben Jahr handelt und dass die revidierten Daten für März einen deutlicheren Rückgang als zunächst gemeldet zeigten.
Wer da noch etwas von Wachstum im zweiten Halbjahr faselt, der hat wohl die Daten seit Jahresbeginn (oder noch besser: seit Anfang 2011) nicht verstanden. Wir sehen eine globale Wachstumsabschwächung, die in Europa längst rezessive Züge erreicht hat. Und diese Phase des Abschwunges wird sich weiter ausbreiten. Unter normalen Umständen wäre mir um einen zyklischen Abschwung nicht bange. Aber er wird gravierende Auswirkungen auf die globale Staatsschuldenkrise haben. Und er wird umso härter, weil die vorangegangene Wachstumsphase in 2009/2010 künstlich von den Notenbaken und Politikern herbeisubventioniert wurde. Der Preis für ein gigantisches Hineinpfuschen in die Märkte, um die eigene Wiederwahl zu sichern und die eigene Unentbehrlichkeit im Amt zu bestätigen, wird hoch sein. Hoffentlich trifft es dabei die Richtigen. Und hoffentlich wird der unsinnige Keynesianismus, der die Grundlage unserer unsäglich dämlichen Notenbankpolitik ist und noch immer an den Universitäten gelehrt wird, dann endgültig verbannt.
- Kommentar von mischa
Hallo Namensvetter!Was ist denn aus Ihrer Sicht die Alternative zu Keynes??? Im übrigen wohl kein "Marxist" oder "Spinner" eher ein "Nationalökonom" der Vergangenheit, wie alle die "Neuen" Ökonomen der gegenwart, die angeblich die Lösung haben. Ich bin mal gespannt, was Sie denn so empfehlen jetzt !
Antworten- Kommentar von Hartmut Fischer
Die "Richtigen" könnten nur bei einem grundlegenden Systemumsturz getroffen werden ! Den hat es aber in Deutschland noch nie gegeben, und auch die Französische Revolution hat nur einen Napoleon hervorgebracht. Und auch die amerikanische Revolution hat nur die Besitzenden begünstigt !
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