US-Daten: Auftragseingänge schwach, Rohölpreise weiter fest

Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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von Ronald Gehrt

Schien es noch vor wenigen Tagen, als würde sich die Prophezeiung der US-Notenbank, dass die US-Wirtschaft ab sofort wieder wachsen werde, zu bewahrheiten, kommen nun auf einmal wieder weniger ermutigende Daten. Vorgestern vom Immobilienmarkt, gestern von den Auftragseingängen.


Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter unerwartet schwach

Für den Mai ergab sich ein Rückgang um satte –2,8% in der Gesamtrate (Prognose zwischen –1% und –2%, Vormonat auf +1,1% nach oben revidiert). In der Kernrate, welche die besonders volatilen Orders für Rüstungsgüter und Flugzeuge herausrechnet, waren es immerhin noch –1,0% (Prognose +0,2%, April revidiert auf +2,5%).

Das Problem ist bei aller Schwankung in beide Richtungen, dass der übergeordnete Trend seit September 2006 klar nach unten weist. Trotz schwachen Dollars sind die Exporte unbefriedigend, während die heimische Industrie teure Investitionsgüter in Asien und Europa einkauft. Ein Problem, dem auch Zinssenkungen nicht beikommen würden!

US-Öllagerbestände nicht wirklich erfreulich

Man darf es ein Patt zwischen Bullen und Bären nennen, was da gestern bei den wöchentlichen US-Lagerbestandsdaten auf den Tisch kam:

Die Rohölbestände stiegen um 1,56 Millionen Barrel und damit genau im Rahmen der Prognosen. Dafür aber fielen die Benzinbestände um –0,75 Millionen Barrel, während ein Anstieg um gut eine Millionen erwartet wurde. Bei Heizöl, das aber momentan niemanden so sehr kümmert, sackten die Bestände um –2,3 Millionen Barrel nach unten, während die Prognosen von einem Plus um +0,5 Millionen Barrel ausgingen.

Wichtig ist im Vorfeld der Urlaubs-Reisesaison in den USA der Bestand an Benzin – und der fiel eben unerfreulich aus. Dafür stieg aber die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien wieder um immerhin +1,8% auf 89,4% an. Das ist schon mal erfreulich, aber wie ein US-Analyst richtig kommentierte: Die normale Auslastungsrate liegt immer über 90%. Ausgerechnet jetzt solch niedrige Werte zu sehen ist problematisch ... vor allem, weil das nicht von der niedrigen Nachfrage, sondern den anfälligen, veralteten Anlagen her rührt.

Der Rohölpreis der US-Sorte WTI hatte im Vorfeld knapp unter der runden 70 Dollar-Marke und damit am oberen Ende eines Widerstandsbandes zwischen 68 und 69,50 Dollar nach unten gedreht, ohne dabei aber den steilen Januar-Aufwärtstrendkanal zu verlassen. Mit diesen weniger erfreulichen Daten im Bereich Benzin ging es aber bis zum gestrigen Handelsende in New York schon wieder von 67,50 im Tief auf 69 Dollar nach oben ... das Öl lässt sich momentan einfach nicht unterkriegen.

Chart

Es wird nun darauf ankommen, wie sich diese recht schwachen Benzin-Lagerbestände und die Problematik, dass man die Vorräte nicht beliebig schnell erhöhen kann, in den kommenden Tagen auswirken. Vor allem wird es nun langsam hinsichtlich der ersten größeren Hurrikans spannend. Sollten zu geringe Bestände mit Schäden und Produktionsausfällen durch Hurrikans zusammenfallen, würde die 70 Dollar-Hürde im Galopp genommen!


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