US BIP
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 23. Dezember 2009, 08:30 Uhr
ENL5454
die gestrigen Konjunkturdaten fielen gemischt aus. Das GfK-Konsumklima für Deutschland ist im Januar von 3,6 auf 3,3 Punkte gesunken. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 3,5 gerechnet. Der Rückgang ist jedoch nicht so signifikant, dass man von einer nachhaltigen Eintrübung sprechen kann.
Enttäuschender fielen dagegen die endgültigen Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA aus. Im dritten Quartal ist dort das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um annualisiert 2,2 Prozent gewachsen, was deutlich weniger als die 2,8 Prozent aus der vorangegangenen zweiten Schätzung sind (Erwartung: 2,8 Prozent). Anscheinend fällt die wirtschaftliche Erholung schwächer aus als allgemein erwartet wird.
Positiv überraschten dagegen die Daten vom US-Immobilienmarkt. Die Zahl der wiederverkauften bestehenden Häuser ist im November gegenüber dem Vormonat um 7,4 Prozent auf 6,54 Millionen Einheiten gestiegen, was den höchsten Stand seit Februar 2007 und den dritten Monat in Folge mit deutlichem Anstieg der Eigenheimverkäufe aus Bestand bedeutet (Erwartung: 6,25 Millionen Einheiten). Kunststück! Gleichzeitig fiel der mediane Verkaufspreis im November gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 4,3 Prozent. Wir sehen also trotz steigender Nachfrage weiter fallende Preise.
Wie geht das zusammen? Nun, es gibt nach wie vor das Anreizprogramm der US-Regierung für Ersterwerber eines Eigenheims, das ursprünglich Ende November auslaufen sollte. Damit können sich auch jene US-Bürger ein Haus kaufen, die es ansonsten vielleicht nicht könnten. Hatten wir das nicht schon mal? Egal. Die Daten sind jedenfalls erheblich durch staatliche Subventionen verzerrt, weil viele Käufer noch die Steuervergünstigung in Höhe von 8000 Dollar ausnutzen wollten.
Die Börsen pickten sich gestern das Positive aus den Daten heraus und ignorierten, wie in den vergangenen Tagen schon, die negativen Aspekte. Ich denke, in diesem dünnen Weihnachtshandel werden die Kurse von anderen Dingen getrieben als von Fundamentaldaten (sofern sie nicht extrem gut oder extrem schlecht ausfallen).
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von hhr (23.12. 2009 11:22 Uhr):
Lieber hr. voigt, ich denke, solange die banken mit dem geld der steuerzahler weiterhin aktien kaufen können, solange werden die kurse steigen und sich entgegen sämtlicher wirtschaftliche basisdaten weiter nach oben entwickeln. anders ist der gegenwärtige bullenmarkt nicht zu erklären. die gegenwärtigen wirtschaftlichen rahmenbedingungen lassen den kauf von aktien in dem umfang, wie das gerade passiert für privatanlager, die ihr eigenes geld verwenden müssen einfach nicht zu. lg, hhr
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